Input in deutschen Entsorgungsanlagen sinkt 2023 auf langjährigen Tiefpunkt

Die deutschen Abfallentsorgungsanlagen haben 2023 so wenige Abfälle verarbeitet wie seit vielen Jahren nicht mehr. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lag der Input mit 384,4 Mio Tonnen auf dem tiefsten Stand in der bis 2012 zurückreichenden Datenreihe. Im Vorjahresvergleich verringerte sich die Annahmemenge um rund 19 Mio Tonnen bzw. fünf Prozent.

Allerdings handelt es sich bisher lediglich um vorläufige Zahlen. Zudem stammen die jüngsten Zahlen zur Behandlungsmenge in Bauschuttaufbereitungsanlagen und Asphaltmischanlagen, die nur im Zweijahresturnus aktualisiert werden, aus dem Jahr 2022. Dadurch kommt es nachträglich mitunter noch zu Korrekturen der Jahresstatistiken. So hatte Destatis im letzten Jahr für 2022 zunächst eine Gesamtentsorgungsmenge von 405 Mio Tonnen gemeldet, den Wert anschließend aber auf 403 Mio Tonnen nach unten angepasst.

Die Gesamtanzahl aller deutschen Abfallentsorgungsanlagen beziffert Destatis für das Jahr 2023 auf 13.584. Das sind rund 100 Anlagen weniger als im Vorjahr und bedeutet, wie beim Input, einen neuen Tiefstand. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 zählte das Statistikamt noch über 15.200 Entsorgungsanlagen. Im Zuge einer größeren Berichtskreisbereinigung in einigen Bundesländern schrumpfte die Zahl vor allem zwischen 2015 und 2018 allerdings deutlich.

Absolut am stärksten gesunken ist 2023 den Angaben zufolge der Anlageninput der Verfüllbetriebe. Laut Destatis summierte sich die Lagerung bergbaufremder Abfälle in übertägigen Abbaustätten auf 78,1 Mio Tonnen, gleichbedeutend mit einem Minus gegenüber dem Vorjahr um 13,3 Mio Tonnen.

Entsorgungsmengen auf Deponien sinken auf Rekordtief

Auch die auf Deponien beseitigte bzw. verwertete Abfallmenge ist deutlich zurückgegangen. Die Ablagerungsmenge verringerte sich von 39,3 auf 33,9 Mio Tonnen. Es ist der niedrigste Stand im Berichtszeitraum seit 2012. Gleiches gilt für die im Deponiebau verwerteten Abfälle. Hier sank die Menge von 10,3 Mio Tonnen im Jahr 2022 auf ein Rekordtief von 9,7 Mio Tonnen.

Weitere größere Mengenrückgänge meldet die Statistikbehörde für die Abfallentsorgung in chemisch-physikalischen Behandlungsanlagen (minus 520.000 Tonnen), in Schredderanlagen und Schrottscheren (minus 430.000 Tonnen) und in Feuerungsanlagen mit energetischer Verwertung (minus 230.000 Tonnen). Zu letzteren gehört unter anderem die Abfallmitverbrennung in Zementwerken. So hatte der Branchenverband VDZ als Folge der stark rückläufigen Zementklinkererzeugung 2023 einen Rückgang der Einsatzmengen alternativer Brennstoffe um 400.000 Tonnen registriert.

Mehr Abfälle in Abfallverbrennungsanlagen, biologischen- und Bodenbehandlungsanlagen

Beim Großteil der übrigen Entsorgungsanlagentypen meldet Destatis demgegenüber für das Berichtsjahr in etwa gleichbleibende oder auch stärker ansteigende Anlieferungsmengen. So wurden in den thermischen Abfallbehandlungsanlagen mit 25,4 Mio Tonnen über 800.000 Tonnen mehr Abfälle verbrannt als 2022.

In den biologischen Behandlungsanlagen stieg der Abfallinput ebenfalls deutlich um 280.000 Tonnen auf 16,0 Mio Tonnen. In der Zeit seit 2012 wurden nur im Jahr 2021 etwas mehr Abfälle biologisch behandelt. Und auch in den Bodenbehandlungsanlagen markierte die Annahmemenge mit 3,9 Mio Tonnen den zweithöchsten Wert im zwölfjährigen Betrachtungszeitraum.

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