Industrie warnt: EU-Mehrwegpflicht für Palettenverpackungen kostet Milliarden

Studien: Einweg mit Rezyklat oft ökologisch überlegen und günstiger

Die von der EU-Kommission im Rahmen der Verpackungsverordnung (PPWR) geplante Mehrwegpflicht für Palettenverpackungen stößt weiter auf scharfe Kritik aus der Industrie. Artikel 29 des Gesetzes sieht vor, dass Verpackungen wie Stretchfolien oder Kunststoffhauben künftig wiederverwendbar sein müssen. Aus Sicht zahlreicher Branchenvertreter wurde dieser Abschnitt jedoch ohne ausreichende Folgenabschätzung in den Gesetzestext aufgenommen – und verfehlt sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Realitäten.

European Plastics Converters (EuPC), der Dachverband der europäischen Kunststoffverarbeiter, sprach bereits im Frühjahr 2024 zusammen mit anderen Branchenverbänden von einem „gesetzgeberischen Irrtum“. Der pauschale Zwang zur Wiederverwendung sei weder technologisch noch wirtschaftlich tragfähig und ignoriere insbesondere die logistischen Herausforderungen der Industrie und des Exports. Unternehmen warnten bereits im Vorfeld vor massiven Investitionskosten, Doppelstrukturen im Verpackungsprozess sowie einer deutlichen Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller.

Um die tatsächlichen Folgen zu untersuchen, ließ der Verband zwei unabhängige Studien erstellen: eine Lebenszyklusanalyse durch das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) sowie eine wirtschaftliche Bewertung durch das Brüsseler Beratungsinstitut RDC Environment.

CO₂-Emissionen würden erheblich steigen

Die Ergebnisse der Ökobilanzstudie sind deutlich: In allen untersuchten Anwendungen schnitten Einwegverpackungen mit einem Recyclinganteil von 35 Prozent ökologisch besser ab als wiederverwendbare Alternativen. Besonders zeigt sich das im Bereich schwerer Industrieprodukte. So würde etwa der Ersatz einer Stretchfolie mit 35 Prozent Rezyklat durch eine wiederverwendbare Kunststoffhülle bei Zementsäcken zu einem Anstieg der CO₂-Emissionen um 300 Prozent führen....

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