In Krefeld soll aus alten Joghurtbechern lebensmitteltaugliches PS-Rezyklat werden

Recyclinganlage von EGN, Ineos und Tomra für 40.000 Jahrestonnen geplant

Eine neuartige Recyclinganlage für Polystyrolabfälle soll in Krefeld entstehen. Ineos Styrolution, Weltmarktführer für Styrolkunststoffe, der Recyclingtechnikspezialist Tomra und die EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein haben heute den Bau einer Recyclinganlage mit einer Jahreskapazität von 40.000 Tonnen angekündigt. Sie soll voraussichtliche ab Mitte 2025 PS-Abfälle mechanisch zu Rezyklat für Lebensmittelverpackungen verarbeiten.

EGN, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Krefeld, werde die mechanische Recyclinganlage errichten. Der kommunale Entsorger sei für die Sortierung und das Waschen zuständig, während Ineos Styrolution für den „Super-Cleaning“-Prozess verantwortlich sein wird, um die Anforderungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt zu erfüllen. Ineos will ab Mitte 2025 Kunden im kommerziellen Maßstab bedienen.

Mit Tomra sei vereinbart worden, Sortiertechnologie und Rohstoffe bereitzustellen, hieß es. Tomra Feedstock werde Post-Consumer-Polystyrol-Abfälle aus entsorgten Lebensmittelverpackungen sammeln und an den neuen Standort in Krefeld liefern.

"Die EGN investiert 60 Mio € und schafft zudem 30 neue Arbeitsplätze", erklärte EGN-Geschäftsführer Pierre Vincent auf Anfrage. Er erwartet, dass „die Molkereiindustrie besonders von diesem neuen Angebot profitieren wird“. Das Verfahren ermögliche, Joghurtbecher zu Joghurtbecher zu recyceln und schaffe so eine echte Kreislaufwirtschaft.

Jürgen Priesters, Geschäftsführer von Tomra Feedstock, kommentiert: „Wir sind stolz darauf, zu dieser ersten kommerziellen Anlage für das mechanische Recycling von Polystyrol für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt beizutragen. Polystyrol hat die richtige Zusammensetzung, um für Lebensmittelanwendungen mechanisch recycelt zu werden. Die Aufgabe von Tomra Feedstock ist es, PS in einem echten Kreislauf zu halten.“

Ineos-Chef Steve Harrington sprach von einer spannenden Entwicklung. Schon jetzt verzeichne Ineos ein großes Interesse von Kunden und Markenartiklern, sich langfristige Verträge zu sichern.

Im vorigen Herbst hatte der Kunststoffkonzern Ineos bereits angekündigt, die Produktion von Recycling-PS deutlich auszuweiten und hierfür eine Kooperation mit einem Recyclingunternehmen in Nordrhein-Westfalen für den Bau einer Recyclinganlage für Polystyrol-Verpackungen aus dem gelben Sack ins Spiel gebracht.  

 

 

 

 

 

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