
Sachsens Städte und Landkreise müssen jedes Jahr viel Geld ausgeben, um illegal abgelagerten Müll zu beseitigen. Allein in Leipzig kostete die Entsorgung wilder Ablagerungen im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Mio. €. Auch andernorts ist das Problem groß – und vielerorts nimmt es zu. Das zeigen Rückmeldungen der Kommunen auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Besonders teuer ist illegale Müllentsorgung in den großen Städten. In Dresden stiegen die Kosten für die Beräumung innerhalb von zehn Jahren deutlich – von rund 135.000 € im Jahr 2015 auf knapp 450.000 € im Jahr 2024. Die höheren Kosten hängen unter anderem mit der steigenden Zahl der registrierten illegalen Ablagerungen zusammen. Die Stadt weist allerdings darauf hin, dass längst nicht alle Fälle entdeckt werden. Als Ursachen nennt die Verwaltung unter anderem veränderte Konsumgewohnheiten, etwa während der Corona-Pandemie, sowie zeitweise geschlossene Wertstoffhöfe.
Auch in Chemnitz melden die Behörden einen klaren Aufwärtstrend. Die Zahl der Fälle stieg von 668 im Jahr 2024 auf 993 im vergangenen Jahr. Die Kosten dürften damit von rund 50.000 € auf etwa 67.000 € gestiegen sein.
Auch ländliche Regionen betroffen
In den Landkreisen summieren sich die Ausgaben ebenfalls. Der Landkreis Nordsachsen rechnet mit rund 300.000 € pro Jahr, der Landkreis Zwickau mit etwa derselben Größenordnung. In einigen Landkreisen mit geringerer Bevölkerungsdichte – etwa im Landkreis Görlitz oder im Erzgebirgskreis – liegen die bezifferten Kosten zwar niedriger, dennoch binden illegale Müllablagerungen Personal und Ressourcen.
Am häufigsten landen nach Angaben der Kommunen Sperrmüll und Restabfälle in der Landschaft, darunter Möbel, Hausrat oder Verpackungen. Hinzu kommen regelmäßig Reifen, Elektroschrott, Bauschutt und Grünschnitt. Vereinzelt werden auch gefährliche Abfälle wie Farben, Lacke oder asbesthaltige Baustoffe entdeckt.
Die Kosten trägt am Ende die Allgemeinheit, entweder direkt aus den Haushalten der Kommunen oder über Abfallgebühren. Viele Landkreise setzen zwar auch auf Kontrollen und Bußgelder. Dennoch bleibt illegale Müllentsorgung für Sachsens Kommunen ein teures Dauerproblem. (dpa)



