Illegale Müllentsorgung kostet in Berlin zehn Mio € – BSR startet Kampagne für mehr Stadtsauberkeit

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat im vergangenen Jahr rund 54.000 Kubikmeter illegal entsorgten Müll aus dem öffentlichen Raum entfernt – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um etwa acht Prozent. Die Kosten für die Beseitigung dieser Ablagerungen stiegen dabei um 600.000 auf rund 10,3 Mio €. Diese Zahlen nannte der Kommunalentsorger gestern zum Start seiner neuen Kampagne „Sauber geht nur gemeinsam“.

Trotz eines breiten Angebots an legalen und teils kostenfreien Entsorgungsmöglichkeiten wie Recyclinghöfen, Sperrmüllabholservice, den Kieztagen oder dem Gebrauchtwarenkaufhaus „NochMall“, lande weiterhin zu viel Müll auf Straßen und Grünflächen. Nach Angaben der BSR wird ein großer Teil der illegalen Ablagerungen allerdings nicht von Privatpersonen verursacht, sondern geht offenbar auf das Konto von Gewerbetreibenden – etwa von unseriösen Entrümpelungsfirmen oder Bauunternehmen, die so Entsorgungskosten einsparen wollen. Dies gehe auf Kosten von Umwelt und Steuerzahlenden, so die BSR.

Auch das achtlose Wegwerfen von Kleinabfällen – sogenanntes Littering – bleibt in der Bundeshauptstadt ein großes Problem. Einzelne Gegenstände wie Einwegbecher oder Zigarettenkippen ließen sich mengenmäßig zwar nicht separat erfassen, da sie zusammen mit Laub oder Streugut als Bestandteil des Straßenkehrichts gelten, so die BSR. Dennoch stelle man fest, dass das achtlose Wegwerfen insbesondere von To-go-Verpackungen in den letzten Jahren spürbar zugenommen habe, da immer mehr Speisen und Getränke „für unterwegs“ verkauft werden.

„Unsere Reinigungskräfte sind täglich im Einsatz, um Berlin stets aufs Neue von achtlos weggeworfenem Müll und illegalen Ablagerungen zu befreien“, erklärte BSR-Vorstandsvorsitzende Stephanie Otto. Zugleich betonte sie: „Doch nachhaltiger Erfolg beim Thema Stadtsauberkeit bedeutet: ‚Sauber geht nur gemeinsam.‘“ Ziel der Kampagne sei es, mit einem deutlichen Appell an Eigenverantwortung und Teamgeist zu erinnern. Aufklärung zu mehr Eigenverantwortung, Nutzung der vorhandenen Entsorgungsangebote und die konsequente Ahndung von Verstößen durch Ordnungsbehörden seien die drei zentralen Säulen einer sauberen Stadt, so Otto weiter.

Unterstützung erhält die BSR dabei aus der Politik. Berlins Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) lobte das Engagement der Stadtreinigung: „Mit vielseitigen Projekten, die von Bezirken, der BSR und meiner Verwaltung gefördert werden, engagiert sich unsere Stadt schon seit vielen Jahren für spürbar mehr Sauberkeit.“ Zwar werde zeitnah ein verschärfter Bußgeldkatalog vorgelegt, um gegen Müllsünder konsequenter vorgehen zu können, doch auch Bonde sieht in der Eigenverantwortung der Bevölkerung den entscheidenden Hebel: „Der Müll fällt ja nicht vom Himmel. Es sind wir alle, die zu mehr Sauberkeit beitragen können.“ Die neue Kampagne der „Sauberkeits-Profis unserer Stadt“ komme deshalb genau zum richtigen Zeitpunkt, so Bonde. Sie appellierte an die Berlinerinnen und Berliner, sich aktiver für ein sauberes und lebenswerteres Stadtbild einzusetzen.

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