Hypromag weiht Pforzheimer Recycling- und Produktionsanlage für Seltenerdmagnete ein

Das Technologie-Startup Hypromag hat in Pforzheim eine kommerzielle Anlage für das Recycling und die Herstellung von gesinterten Seltenerdmagneten auf Basis von Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) eröffnet. Nach Unternehmensangaben ist das Projekt EU-weit einzigartig, insbesondere durch die Kombination beider Prozesse an einem Standort. Damit soll der Aufbau europäischer Lieferketten vorankommen und die Abhängigkeit von einem bislang stark asiatisch dominierten Markt verringert werden. Auf China entfallen derzeit über 90 Prozent der weltweiten Produktion von Seltenerdmagneten, wie Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, bei der feierlichen Einweihung betonte und damit die politische Bedeutung des Vorhabens unterstrich.

Die Anfangskapazität der neuen Anlage liegt nach Unternehmensangaben bei ca. 50 Tonnen NdFeB-Produkten im Jahr 2026, darunter Legierungspulver, Sinterblöcke und fertige Magnete aus recyceltem Material. Für 2027 sind rund 350 Tonnen vorgesehen und 2028 bis zu 750 Jahrestonnen. Die Anlage ist laut Carlo Burkhardt, Mitgründer und Gesellschafter der Hypromag GmbH, modular konzipiert. Die weitere Skalierung sei bereits durchgeplant und nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigt. Mit dem Hochlauf soll auch der Personalbedarf wachsen: kurzfristig von derzeit neun auf 20 und später bis zu 90 Beschäftigte. 

Die Investitionen für die aktuelle Ausbaustufe beliefen sich auf rund zehn Mio €, wie William Dawes, CEO des kanadischen Hypromag-Gesellschafters Mkango Resources, gegenüber EUWID erklärte. Für die nächste Phase sei nochmals ein ähnlicher Betrag vorgesehen. Früheren Angaben zufolge wurde die erste Entwicklungsstufe mit 3,7 Mio. € aus EU- und Landesmitteln gefördert – 2,5 Mio € stammten aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung und 1,2 Mio € vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium. 

Kern der Anlage ist das sogenannte HPMS-Verfahren („Hydrogen Processing of Magnet Scrap“). Dabei werden aus Abfallströmen zurückgewonnene NdFeB-Magnete wasserstoffbasiert zu Legierungspulver aufbereitet, das anschließend wieder zu industriell einsatzfähigem Material verarbeitet wird. ...

Weiterlesen mit

Sie können diesen Artikel nur mit einem gültigen Abonnement und nach erfolgter Anmeldung nutzen. Registrierte Abonnenten können nach Eingabe ihrer E-Mail-Adresse und ihres Passworts auf alle Artikel zugreifen.
- Anzeige -
- Anzeige -