Holcim will in Dotternhausen mehr Ersatzrohstoffe einsetzen

Der Baustoffkonzern Holcim hat beim Regierungspräsidium Tübingen die Errichtung und den Betrieb einer neuen Abgasreinigungsanlage im Zementwerk Dotternhausen beantragt. Damit sollen nicht nur die Gesamtemissionen aus dem Klinkerbrennprozess abgesenkt werden. Die neue Anlage erlaubt es Holcim zudem, den Einsatz von abfallbasierten Ersatzrohstoffen deutlich zu erhöhen.

Die Holcim (Süddeutschland) GmbH betreibt im Zementwerk Dotternhausen eine Anlage zur Herstellung von Zementklinker. Die Ofenabgase werden bisher über Gewebefilter und optimierte SNCR-Abgasbehandlung gereinigt und entweder direkt über den Kamin abgeführt oder zuvor für die Rohmaterialtrocknung in der Rohmühle genutzt. Hinsichtlich der Schadstoffemissionen im Abgas sind aufgrund der unvermeidbaren rohmaterialbedingten Emissionen, die durch das Erhitzen der Rohstoffe im Zementklinkerbrennprozess entstehen, bisher für die Zementindustrie typische Ausnahmen hinsichtlich der allgemein geltenden Emissionsgrenzwerte für Ammoniak (NH3) und organische Verbindungen genehmigt.

Mit dem jetzt beantragten Änderungsgenehmigungsverfahren plant Holcim den Neubau einer Abgasreinigungsanlage, die eine Verbesserung der Abgasreinigungsleistung mit sich bringt, sodass laut Holcim zukünftig keine rohmaterialbedingten Ausnahmen von den Emissionsbegrenzungen mehr in Anspruch genommen werden müssen. Dies soll durch den Einsatz innovativer Katalysatortechnik erreicht werden.

Die geplante Emissionsminderungs-Anlage ermöglicht zudem den Einsatz zusätzlicher abfallbasierter Ersatzrohstoffe in der Zementklinkerherstellung. So gewährleistet die neue Abgasbehandlung laut Holcim die Einhaltung der Emissionswerte z.B. auch bei höheren TOC-Gehalten.

Um natürliche Rohstoffe wie Sand, Ton und Kalkstein zu ersetzen, kamen im Zementwerk Dotternhausen 2024 bereits rund 89.000 Tonnen Ersatzrohstoffe wie vor allem Gießereialtsand, Aluminiumoxide, Walzzunder und zu einem geringen Teil auch Bauschutt, Böden und Schlacken zum Einsatz. Zukünftig will Holcim verstärkt nicht gefährliche Bau- und Abbruchabfälle und Schlacken einsetzen. Insgesamt plant der Schweizer Baustoffkonzern für sein baden-württembergisches Werk mit einer jährlichen Einsatzmenge alternativer Rohstoffe von durchschnittlich 140.000 Tonnen. Die neuen Ersatzrohstoffe sollen über bereits bestehende Lager und bestehende Anlagen auf die Rohmühle aufgegeben werden.

Die Antragsunterlagen sind hier abrufbar. Etwaige Einwendungen gegen das Vorhaben können bis zum 15. Januar beim RP Tübingen erhoben werden.

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