Hessen fördert Forschung zum Recycling von Teerstraßen

Das hessische Wissenschaftsministerium fördert das Projekt „NaReTE – Nachhaltiges Recycling von Teerstraßen“ mit rund 472.000 €. Den Zuwendungsvertrag überreichte Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) Ende März bei einem Vor-Ort-Termin beim Straßenbauunternehmen Stutz im osthessischen Kirchheim. Die Mittel stammen aus der Förderlinie 3 des Forschungsförderprogramms LOEWE, das die Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen unterstützt.

Die Stutz GmbH arbeitet bei dem Projekt zusammen mit Forschenden der Universität Kassel. Ziel ist es, Verfahren zu entwickeln, mit denen teerhaltiger Straßenaufbruch nachhaltig aufbereitet, von krebserregenden Schadstoffen befreit und wieder im Straßenbau eingesetzt werden kann. Der Fokus liegt auf einem marktfähigen und effizienten Recyclingverfahren.

„Mit NaReTE verfolgen wir das Ziel, teerhaltige Straßenbeläge künftig nicht mehr als Abfall, sondern als wertvolle Ressource zu betrachten. Durch innovative Recyclingverfahren können wir Kosten senken, Umweltbelastungen reduzieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft leisten“, erklärte der Geschäftsführer des Familienunternehmens, Björn Stutz.

Auch Konrad Mollenhauer, Fachgebietsleiter beim Institut für Verkehrswesen der Uni Kassel, betonte die „Win-Win-Situtation“ durch die Wiederverwertung teerhaltiger Ausbaustoffe: „Ehemals problematische Abfallstoffe werden verwertet, neue Ressourcen eingespart und negative Umweltfolgen deutlich veringert.“

Nach Angaben des Ministeriums wird teerhaltiger Straßenaufbruch bislang überwiegend deponiert oder zur Aufbereitung ins Ausland transportiert. Dies sei kostenintensiv und ökologisch fragwürdig. Bundesweit seien noch rund eine Mrd. Tonnen teerhaltiger Straßenbeläge verbaut. Auch in Hessen entstünden dadurch jährlich hohe Entsorgungskosten.

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