
Auf einem bisher als Ackerland genutzten Gelände in der Gemeinde Wiesent im Osten des bayerischen Landkreises Regensburg soll eine Deponie der Klasse 0 entstehen. Über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren sollen hier in vier Ausbauabschnitten rund 939.000 Kubikmeter Inertabfälle abgelagert werden. Weitere knapp 135.000 Kubikmeter sind für die Rekultivierungsschicht veranschlagt, so dass sich ein Gesamtvolumen der „Deponie Lehmhof“ von rund 1,1 Mio. Kubikmetern ergibt. Die hierfür erforderliche Planfeststellung bewilligte das Landratsamt Regensburg bereits Ende November, wie die Genehmigungsbehörde kurz vor Weihnachten bekannt gab.
Beantragt wurde das Vorhaben von Kilian Gröbner, Mitglied der Geschäftsführung des im sächsischen Döbeln ansässigen Landwirtschaftsbetriebs Gröbner. Zur Realisierung des Deponieprojekts wurde über die zum Familienunternehmen gehörende Landei Agrar GmbH Ende Dezember die Land und Erde Verwertungs GmbH & Co. KG mit Sitz am Gut Lehmhof in Wiesent gegründet.
Nach Angaben des Landratsamts ist die notwendige Planrechtfertigung für das Deponieprojekt gegeben. So konstatiert die Behörde einen „großen allgemeinen Bedarf“ an Entsorgungskapazitäten im Landkreis Regensburg. Demnach gebe es kreisweit aktuell nur vier DK-0-Deponien, von denen drei von Gemeinden betrieben werden und deren Benutzung den jeweiligen Gemeindebürgern vorbehalten ist. Die einzige privat betriebene DK-0-Deponie liege im äußersten Süden des Landkreises und verfüge noch über ein Restverfüllvolumen von ca. 100.000 Kubikmetern.
Das Landratsamt hat eine Sicherheitsleistung von 900.000 € für das Deponieprojekt festgesetzt. Der Planfeststellungsbeschluss, hier abrufbar, liegt bis zum 28. Januar zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Daran schließt sich eine einmonatige Klagefrist vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht in Regensburg an.


