
Beim Augsburger Entsorger Kunz Rohstoffhandel ist am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. Die Löscharbeiten der Feuerwehr, die mit einem Großaufgebot anrücken musste, dauerten bis spät in die Nacht. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach von einem „enorm aufwendigen Einsatz“.
Es seien Kräfte der freiwilligen Feuerwehr, der Berufsfeuerwehr sowie des Technischen Hilfswerks vor Ort gewesen. Wegen der weiten Ausbreitung des Feuers und der starken Hitze seien weitere Kräfte zur Verstärkung ausgerückt. In der Spitze waren knapp 140 Einsatzkräfte vor Ort, berichtet die Augsburger Zeitung. Auch eine Drohnengruppe unterstützte die Löscharbeiten. Mithilfe einer Wärmebildkamera seien so Glutnester lokalisiert worden. Das Technische Hilfswerk setzte Greifbagger und Radlader ein, um die Glutnester freizulegen.
Das Feuer war am frühen Abend ausgebrochen. Es brenne Schrott „in großem Ausmaß“, hieß es zunächst. Die Flammen erfassten auch eine Lagerhalle und drohten auf ein angrenzendes Holzlager überzugreifen, was noch verhindert werden konnte. Warn-Apps in Augsburg lösten Alarm aus und warnten vor einer „Rauchwolke durch Großbrand“.
Die Rauchwolke zog laut Feuerwehr über angrenzende Wohngebiete. Bis in die Augsburger Innenstadt sei ein leichter Brandgeruch zu vernehmen gewesen, sagte der Feuerwehrsprecher. Zudem hätten wegen der enormen Rauchentwicklung mehrere Brandmeldeanlagen von Firmen im nahen Umfeld des Entsorgungsbetriebs angeschlagen.
Laut Augsburger Allgemeine gab es nach bisherigen Erkenntnissen keine Verletzte. Allerdings mussten drei Einsatzkräfte wegen Hitzeerschöpfung behandelt werden.
Als Brandursache vermutet Kunz einen falsch entsorgten Akku. „Nach der Art der Brandentstehung sieht es eindeutig danach aus“, erklärte Rüdiger Kraus, Mitglied der Geschäftsleitung, gegenüber EUWID. Den Sachschaden schätzt Kraus grob auf 200.000 €, genau ließe sich das erst beziffern, wenn der Platz geräumt sei.
Entgegen der ersten Presseartikel war das Kerngeschäft Stahlschrott von dem Brand nicht betroffen. Dieses laufe ohne Einschränkung fort, erläuterte Kraus. Das Feuer sei vielmehr im „normalen Müll“ ausgebrochen und dann auf das Altholzlager übergegangen. Insgesamt standen ca. 200 bis 250 Tonnen Abfall in Flammen. In diesem Bereich musste der Betrieb vorübergehend eingestellt werden. Man hoffe, hier die Produktion in der kommenden Woche wieder aufnehmen zu können. (dpa / eigener Bericht)
Aktualisierung 26. Juni: Die Aussagen von Kunz zu Brandursache und Schadenshöhe wurden nachträglich ergänzt.



