Im Kohleteil des Gemeinschaftskraftwerks Schweinfurt wird es vorerst keine eigene Verbrennungslinie für Klärschlamm geben. Das hat die GKS Schweinfurt GmbH als Betreiberin des Gemeinschaftskraftwerks vor Weihnachten mitgeteilt. Die geplante Umrüstung auf die Verbrennung des regionalen Klärschlammaufkommens werde zunächst zurückgestellt. Ursprünglich sollte in dem Heizkraftwerk, in dem auch eine thermische Abfallbehandlungsanlage integriert ist, eine Verbrennungskapazität für rund 60.000 Jahrestonnen getrockneten Klärschlamm entstehen.
Hintergrund für diese Entscheidung sei eine Neubewertung der Investitionsreihenfolge im Zuge der weiteren Dekarbonisierungsstrategie gewesen, teilte die GKS mit. Insbesondere stark gestiegene Investitionskosten hätten dazu geführt, das Vorhaben einer Trockenklärschlammverbrennungsanlage zunächst nicht weiterzuverfolgen. Als wesentliche Ursachen hierfür nennt die GKS eine überdurchschnittliche Inflation bei Investitionsgütern sowie eine marktbereinigte Anzahl von verfügbaren Technikanbietern.
Die GKS weist darauf hin, dass sie mit dem Gemeinschaftskraftwerk die Fernwärmeversorgung in Schweinfurt zu einem wesentlichen Anteil und die Entsorgung des Restmülls der Haushalte in der Region Main-Rhön seit vielen Jahrzehnten sicherstellt. Die Fernwärmeversorgung erfolge bereits zu rund zwei Dritteln weitgehend CO2-neutral aus Abwärme aus der Müllverbrennung. Darüber hinaus decke das Heizkraftwerk den erhöhten Fernwärmebedarf in der Winterheizperiode aktuell noch teilweise mit Kohle, Gas und Mitverbrennung von Trockenklärschlamm.
Mehr über die Dekarbonisierungspläne der GKS erfahren Abonnenten unseres Premium-Angebots hier...




