Seit knapp 40 Jahren betreibt die Südwestdeutsche Salzwerke AG (SWS) im Steinsalzbergwerk Heilbronn eine Untertagedeponie für Sonderabfälle aus industriellen Prozessen. Da der derzeitige abfallrechtliche Planfeststellungsbeschlusses bis Ende 2028 befristet ist und eine Verlängerung oder Erweiterung des bisherigen Deponiebereichs nicht möglich ist, plant die SWS schon seit längerem eine neue Untertagedeponie in einem neu aufgefahrenen Bereich des Heilbronner Bergwerks. Mit der öffentlichen Auslage der Antragsunterlagen seit diesem Montag hat das Genehmigungsverfahren für die Anlage nun begonnen. Die Einwendungsfrist endet am 3. Juli.
Wie der Salzhersteller erläutert, stehen im Bergwerk Heilbronn zwar großflächig Hohlraumkapazitäten in Form der durch den Salzabbau entstandenen Abbaukammern zur Verfügung. Nach umfassender Prüfung verschiedener ehemaliger Abbaufelder habe man sich aber entschieden, keine bestehenden Abbaukammern zu nutzen, sondern die zukünftige Untertagedeponie in einem eigenständigen Ablagerungsbereich zu betreiben – getrennt vom übrigen Grubenbetrieb und von der Salzgewinnung.
40.000 Jahrestonnen über 30 Jahre
Am besten geeignet für die Fortführung der Aktivitäten einer Untertagedeponie habe sich ein Standort im Nordosten des Grubenfeldes erwiesen. Hier sollen künftig pro Jahr durchschnittlich 40.000 Tonnen Abfallstoffe – dazu zählen vor allem Rauchgasreinigungsrückstände und Filterkuchen aus Abfallverbrennungsanlagen, Reststoffe aus der Glas- und metallverarbeitenden Industrie sowie verunreinigte Böden und Bauschutt – abgelagert werden. Bei Ansatz einer Laufzeit der neuen Untertagedeponie von 30 Jahren ist laut SWS damit eine Aufnahmekapazität von ca. 1,3 Mio. Kubikmeter erforderlich. Die übertägig bestehende und aktuell in Umbau befindliche Deponieannahmestelle auf dem Betriebsgelände des Bergwerks Heilbronn soll mit zusätzlichen Anpassungen auch künftig für den beantragten neuen Untertagedeponiebereich genutzt werden.
Wie der Heilbronner Konzern betont, dürfen Deponien der höchsten Gefahrenklasse mittlerweile nur noch in Salzgestein errichtet werden. Da die Ablagerungskapazitäten der einzigen anderen baden-württembergischen Sonderabfalldeponie, die übertägige DK-III-Deponie in Billigheim, in einigen Jahren erschöpft sein werden, stelle die Untertagedeponie (DK IV) in Heilbronn mittelfristig die einzige Möglichkeit einer langfristigen und umweltschonenden Entsorgung von gefährlichen Abfällen im Land dar. Die Landesregierung selbst habe die SWS daher gebeten, eine nahtlose Fortführung der Ablagerungsaktivitäten der Untertagedeponie zu ermöglichen und die dafür erforderlichen Planungen voranzutreiben.
Die Einlagerung von Abfällen in der Heilbronner Untertagedeponie oder im Bergversatz in Heilbronn sowie im Verbundbergwerk Bad Friedrichshall/Kochendorf stellt einen wichtigen Umsatz- und Ergebnisträger der SWS AG dar. Wie kürzlich berichtet, verbuchte der Konzern 2025 mit seiner Entsorgungssparte einen Umsatzrekord, während das Ebit nur knapp hinter dem Vorjahresrekord zurück blieb.
Sämtliche Antragsunterlagen für den Neubau einer DK-IV-Deponie im Steinsalzbergwerk Heilbronn sind hier abrufbar.




