Seit Jahren schon wird über eine Erweiterung der Bremer Blocklanddeponie nachgedacht, um dem absehbaren Engpass bei der Ablagerung mineralischer Abfälle in der Hansestadt zu begegnen. Mitte März hat die Bremer Stadtreinigung (DBS) nun einen entsprechenden Planfeststellungsantrag beim Bremer Umweltsenat gestellt. Geplant ist die Errichtung eines neuen Deponieabschnitts der Klasse II nach dem Prinzip Deponie-auf-Deponie. Dieses neue „DK-II-Zentralplateau“ soll sich an zwei bestehende Deponieabschnitte der Klasse I anlehnen und so zusätzlich auch weiteres Ablagerungsvolumen für DK-I-Abfälle erschließen. Mit dem Ausbau soll die Entsorgungssicherheit für das Land Bremen und dessen Umland für entsprechende Abfälle bis Ende 2041 gewährleistet werden.
Das Land Bremen verfügt aktuell über zwei Deponiestandorte: die Deponie Grauer Wall in Bremerhaven und die Blocklanddeponie im Norden der Stadtgemeinde Bremen. Bei letzterer neigen sich die Einlagerungskapazitäten dem Ende zu. Voraussichtlich 2034 wird das bisher genehmigte Verfüllvolumen aufgebraucht sein.
Laut DBS ist die jetzt beantragte Deponieerweiterung die einzige Möglichkeit, weiterhin Entsorgungssicherheit für die Bremer Abfälle zu gewährleisten. Alternative Standorte für den Bau einer neuen Deponie im Stadtgebiet gebe es nicht. Auch die Nullvariante – kein Zubau neuer Kapazitäten – wird ausgeschlossen, da die Abfälle anfallen und es keine nah gelegenen anderen Entsorgungsmöglichkeiten gebe. Die nächsten Deponien im niedersächsischen Umland – die DK-II-Deponie Brake-Käseburg Nord, die Deponie Mansie II in Westerstede und die Zentraldeponie Bassum – lägen mindestens eine Stunde Fahrzeit entfernt und seien aufgrund der damit verbundenen Emissionen keine sinnvolle Alternative.
Der Ausbauplan für die Blocklanddeponie sieht vor, auf dem bestehenden Altteil auf einer Fläche von drei Hektar einen neuen DK-II-Deponieabschnitt zu errichten. Das neue DK-II-Zentralplateau soll über ein Ablagerungsvolumen von 265.000 Kubikmeter verfügen. Weitere 132.000 Kubikmeter DK-I-Ablagerungsvolumen sollen in den Anlehnungsbereichen zu den angrenzenden bestehenden DK-I-Deponieabschnitten „Top-on-Top“ und „Canyon“ entstehen. In Summe ergibt sich damit ein zusätzliches Verfüllvolumen von 397.000 Kubikmeter. Ausgehend von einem jährlichen Einlagerungsvolumen von rund 45.500 Kubikmeter errechnet sich eine Laufzeitverlängerung von ca. sieben Jahren.
Sämtliche Antragsunterlagen sind hier abrufbar. Die Einwendungsfrist endet am 29. Juni.



