Gelsenkirchener Wertstoffhof im Steuerzahler-Schwarzbuch

Der Bund der Steuerzahler hat sein neues „Schwarzbuch der öffentlichen Verschwendung“ vorgelegt – inzwischen in der 50. Ausgabe. Und auf den aktuell fast 200 Seiten findet sich mit dem drastisch teurer gewordenen Umbau des Betriebs- und Wertstoffhofs in Gelsenkirchen auch wieder ein Beispiel aus der Entsorgungswirtschaft.

Bei der ursprünglichen Planung im Dezember 2019 ging die Grobkostenschätzung noch von 5,2 Mio € für den Umbau aus. Allerdings wurde seinerzeit bereits angekündigt, dass eine ergänzende Kostenabschätzung erarbeitet werden müsse. Anfang 2022 wurden die angepasste Planung und eine Kostenkalkulation über 17,5 Mio € vorgestellt. Dieses Geld, so der Steuerzahlerbund, müsse der zentrale Anbieter kommunaler Dienstleistungen in Gelsenkirchen, Gelsendienste, aus eigenen Mitteln aufbringen. Die Baumaßnahme soll über 50 Jahre abgeschrieben werden mit der Folge, dass die Bürger mit höheren Gebühren bei Abfall, Straßenreinigung und Winterdienst rechnen müssen. Insgesamt würden daraus gebührenrelevante Folgekosten von rund 600.000 € jährlich entstehen, erwartet der Steuerzahlerbund.

Ursache der Kostenexplosion ist unter anderem, dass das damals beauftragte Planungsbüro einige wichtige Gewerke wie eine neue Heizungsanlage und die Änderung der Aus- und Einfahrtsregelungen nicht berücksichtigt hatte. Allein daraus resultierten schon Mehrkosten von 3,6 Mio €. Auf weitere fast 6,0 Mio € belaufen sich die in den vergangenen zwei Jahren entstandenen Bau- und Materialkostensteigerungen. Neben dem Neubau eines Gebäudes mit Fahrzeughallen sowie Sanitär- und Sozialräumen wird der Wertstoffhof gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz umgebaut. Die Arbeiten haben im Sommer 2022 begonnen, der Gesamtumbau soll im ersten Halbjahr 2024 beendet sein.

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