FSP startet Aufbereitung von Gießerei-Altsand

Die Foundry Sand Processing GmbH (FSP) hat Ende Oktober im Stuttgarter Neckarhafen ihre erste industrielle Anlage zur Nassreinigung von Gießerei-Altsand offiziell in Betrieb genommen. Die Jahreskapazität beträgt 16.000 Tonnen. Perspektivisch soll die Technologie bundesweit ausgerollt werden, heißt es in einer Mitteilung. Wie berichtet, hatte das Gemeinschaftsunternehmen des Kirchheimer Bauschutt-Recyclers Feess und des pfälzischen Ingenieurbüros Deantec im Mai mit den Bauarbeiten begonnen und eine Investition von rund 3,5 Mio. € angekündigt

Das Inputmaterial für die neue Anlage stammt laut FSP aus einer Leichtmetallgießerei der Automobilindustrie. Im Mittelpunkt der Technologie stehe ein Waschverfahren im geschlossenen Wasserkreislauf: Dabei würden Bindemittel aus dem Sand gelöst, im Schlamm gebunden und entsorgt. Anschließend erfolge die Trocknung des Sandes bei Temperaturen von über 100 Grad, wobei die Wärme aus dem Wasserdampf zurückgewonnen werde und im System nutzbar bleibe, was wiederum einen Großteil an Energie im Vergleich zu herkömmlichen Schüttguttrocknern spare. 

Pro Stunde können so drei Tonnen Material aufbereitet werden – und das ohne Qualitätsverlust gegenüber Quarzsand aus Primärquellen, heißt es von Seiten des Unternehmens. Der Verbrauch natürlicher Vorräte lasse sich durch das Verfahren um 90 Prozent reduzieren. „Der gereinigte Sand ist so gut, dass damit wieder sämtliche Kerngeometrien wie mit Neusand hergestellt werden können,“ sagt FSP-Geschäftsführer Stefan Zimmermann. Sogenannten Sandkerne dienen beim Gießen von Motoren- oder Getriebeteilen als Formkörper für Hohlräume. 

Gefördert wurde das Projekt vom Bund über die KfW-Bank mit ca. einer Mio. €. Die Anlage am Stuttgarter Westkai, wo Feess bereits einen Standort betreibt, schaffe sechs Arbeitsplätze und erwirtschafte voraussichtlich einen Jahresumsatz von etwa zwei Mio. €. Ergänzend zur jetzt eröffneten Nassreinigung soll im Frühjahr in derselben Halle eine mechanisch-thermische Reinigungsstufe folgen, um auch Sandgemische aus der Eisen- und Stahlgießerei aufzubereiten.

Mit den beiden ersten Referenzanlagen, die künftig dupliziert werden können, will die Partnerfirma Deantec Erfahrungen zur Weiterentwicklung der Technologie sammeln. Inhaber Falk Denke zufolge besteht ein Ziel auch darin, den Nachtschichtbetrieb komplett ohne Personal vollautomatisch zu fahren. 

„Als FSP wollen wir solche Anlagen bundesweit verkaufen und auf Wunsch auch vor Ort betreiben – etwa im Auftrag von Automobilzulieferern oder Sandlieferanten,“ erläutert Feess-Geschäftsführer Alexander Feeß. Wegen der Transportkosten sollte der regenerierte Sand bestenfalls in einem Radius von rund 180 Kilometern zum Einsatz kommen.

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