Im Rahmen der Plastics Recycling Show Europe diskutierten Vertreter von Industrie und Forschung über die Komplementarität von chemischem und mechanischem Kunststoffrecycling. Dominick Spanken vom Fraunhofer LBF vertrat die wissenschaftliche Perspektive, während Bart Dautzenberg, Senior Manager Circular Economy bei Sabic und Jim Armstrong, Chemical Recycling Task Force Chairman bei Plastic Recyclers Europe, Erfahrungen aus der Wirtschaft einbrachten.
Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass angesichts der großen, bislang noch unrecycelten Anteile des Plastikmüllaufkommen technische Fortschritte beim Recycling und ein Ausbau der Kapazitäten notwendig seien. Neue politische Vorgaben bezüglich Rezyklatanteilen und Recyclingfähigkeit könnten die entsprechenden Investitionsanreize für eine Skalierung bislang unwirtschaftlicher Technologien setzen, insbesondere auch, da chemisches Recycling hohe Qualitätsanforderungen, etwa im Lebensmittelbereich, erfüllen könne. Insofern sahen alle Diskussionsteilnehmer Raum sowohl für mechanische und lösungsmittelbasierte als auch für chemische Recyclingtechnologien.
Dominick Spanken betonte allerdings, dass aus seiner Perspektive die Abfallvermeidung und Wiederverwendung im Vordergrund stehen sollte. In Bezug auf die verschiedenen Recyclingtechnologien sei das mechanische Recycling dem chemischen wo möglich vorzuziehen. Chemisches Recycling solle nur für Abfallströme zum Einsatz kommen, bei denen ein mechanisches Recycling nicht möglich sei.
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