EnBW zeigt sich bei Streit um Klärschlammverbrennungsanlage kompromissbereit

Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW zeigt sich im Streit um die Klärschlammverbrennungsanlage in Walheim im Kreis Ludwigsburg kompromissbereit.

„So sind wir zum Beispiel gerne bereit, gemeinsam mit den Gemeinden und der Bürgerschaft Möglichkeiten zu entwickeln, damit sich eine neue Anlage besser in das Landschaftsbild integriert und optisch weniger ins Gewicht fällt“, teilte eine Sprecherin des Karlsruher Konzerns Anfang April im Rahmen einer Dialogveranstaltung mit.

Der Energieversorger werde vor dem Verwaltungsgerichtshof des Landes Baden-Württemberg prüfen lassen, ob ein Bau der Anlage am Standort Walheim durchführbar sei.

Der Walheimer Gemeinderat hatte Mitte September beschlossen, einen Bebauungsplan für das Kraftwerksgelände aufzustellen und ließ diesen über eine sogenannte Veränderungssperre absichern. Damit kann die EnBW auf ihrem eigenen Gelände nichts mehr ohne Zustimmung des Gemeinderats ändern, erläuterte Walheims Bürgermeisterin Tatjana Scheerle (parteilos).

Die neue Anlage ist nach EnBW-Angaben deshalb wichtig, weil der Standort Heilbronn auf klimafreundlicheres Gas und später klimaneutral auf Wasserstoff umgerüstet werden soll. Klärschlamm könne dann dort nicht mehr mitverbrannt beziehungsweise entsorgt werden. Daher brauche es neue Verwertungsanlagen.

Der Gemeinderat hatte unter anderem Bedenken wegen des Geruchs, des Lärms und des Verkehrs gehabt und angeführt, auf dem Gelände könnten stattdessen Wohnungen oder Kleingewerbe gebaut werden.

Die Dialogveranstaltung sei auf großes Interesse gestoßen, berichtete die EnBW-Sprecherin. „Aus unserer Sicht war es ein sachlicher, konstruktiver Austausch in einer trotz der verhärteten Fronten der vergangenen Wochen angenehmen Atmosphäre. Dafür wollen wir allen Seiten ausdrücklich danken“, merkte die Sprecherin an.

Viele technische und rechtliche Fragen seien besprochen worden und Wortmeldungen aus den Gemeinden sowie einer Bürgerinitiative hätten verdeutlicht, wo es noch offene Punkte und Sorgen gebe. „Diese werden wir selbstverständlich im weiteren Verfahren aufgreifen, zumal sich manche Detailfragen erst in der weiteren Projektentwicklung beantworten lassen“, fügte die Delegierte des Energiekonzerns hinzu. Die EnBW hoffe auf einen konstruktiven Dialog.

Der Plan, dass die EnBW in Walheim eine Monoklärschlammverbrennungsanlage errichten möchte, wurde im Sommer 2021 bekannt. An diesem Standort soll auch das neue Ash2Phos-Verfahren des schwedischen Umweltdienstleisters Easymining zum ersten Mal zum Einsatz kommen. Die Anlage soll neben dem bereits bestehenden Kohlekraftwerk der EnBW entstehen. Die Inbetriebnahme war zu Planungsbeginn für das Jahr 2025 vorgesehen. (dpa / Eigener Bericht)

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