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EEW erhält Genehmigung für Klärschlammverbrennungsanlage Stavenhagen


EEW durfte mit dem Bau bereits beginnen:
Die neue Klärschlammverbrennungsanlage Stavenhagen.
15.09.2021 − 

Der Anlagenbetreiber EEW hat gestern die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb seiner neuen Mono-Klärschlammverbrennungsanlage in Stavenhagen erhalten. Die rund 50 Mio € teure Anlage soll über eine Verwertungskapazität von jährlich 160.000 Tonnen Originalsubstanz verfügen und vorrangig kommunale Klärschlämme aus der Region verarbeiten. Aus der anfallenden phosphathaltigen Asche will EEW gemeinsam mit einem Kooperationspartner pflanzenverfügbaren Dünger für die Landwirtschaft herstellen. Die Aufnahme des Regelbetriebs ist für 2023 vorgesehen.

Morten Holpert, Technischer Geschäftsführer von EEW Stavenhagen, begrüßte die Freigabe durch das zuständige Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte. Damit habe das Land Mecklenburg-Vorpommern eine „entscheidende Weichenstellung für eine umwelt- und ressourcenschonende Verwertung der Schadstoffsenke Klärschlamm vorgenommen“, so Holpert.

Mit den ersten baufeldvorbereitenden Maßnahmen für die Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) Stavenhagen konnte EEW schon im Juni beginnen, nachdem das Umweltamt hierfür Ende Mai die Zulassung erteilt hatte. Trotzdem liegt EEW zeitlich etwa ein Jahr hinter den ursprünglichen Planungen zurück. Die Stavenhagener Stadtvertretung hatte im letzten Jahr dem Anlagenprojekt das Einvernehmen versagt, vor allem wegen der befürchteten zusätzlichen Verkehrsbelastungen für die Anwohner. Auf Veranlassung der Genehmigungsbehörde konnte der anlagenbezogene Lärmschutz für Wohnbebauung durch zusätzlich in das Verfahren eingebrachte Minderungsmaßnahmen für Schallemissionen aber sichergestellt, teilte das Amt mit.

Zwei von fünf KVA-Projekten der EEW-Gruppe genehmigt

Stavenhagen ist das zweite von aktuell fünf KVA-Projekten der EEW-Gruppe in Deutschland und den Niederlanden, das die immissionschutzrechtliche Hürde genommen hat. Bereits Ende 2019 erhielt EEW die Genehmigung für den Bau einer Klärschlammverbrennungsanlage am Firmensitz in Helmstedt. Diese wird ebenfalls über eine Kapazität von 160.000 Tonnen OS verfügen und soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

Ein weiteres Projekt in der Pipeline befindet sich in Stapelfeld. Hier will EEW in Kombination mit dem Ersatz-Neubau des Müllheizkraftwerks Stapelfeld eine KVA für 135.000 Jahrestonnen OS errichten. Hierfür erhielt EEW Anfang Mai die Zulassung für den vorzeitigen Baubeginn. Zudem plant EEW im Doppelverfahren mit der neuen Müllverbrennungslinie am Standort Magdeburg-Rothensee ein Drehrohr für kommunale Klärschlämme mit einer beantragten maximalen Durchsatzkapazität von acht Tonnen entwässertem Klärschlamm pro Stunde. Der Erörterungstermin fand Ende Juni statt.

Schließlich gibt es noch Planungen für eine KVA im niederländischen Delfzijl. Hier soll die Behandlungskapazität bei 146.000 Tonnen OS liegen. Das Genehmigungsverfahren verzögert sich allerdings momentan aufgrund einer Klage gegen die von der Provinzverwaltung Groningen erteilte Umweltgenehmigung für die von EEW in Delfzijl bereits seit vielen Jahren betriebene Abfallverbrennungsanlage. Das Urteil wird im Oktober erwartet.

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