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Studie stellt Größenvorteile durch Fusion von Veolia und Suez in Frage


Kaum Vorteile, dafür große Risiken für Wettbewerb und
Innvoationskraft, attestiert eine Studie den Plänen von
Veolia zur Übernahme von Suez.
23.02.2021 − 

In der Abwehrschlacht gegen die Übernahme durch den Konkurrenten Veolia hat Suez in der vergangenen Woche Unterstützung von akademischer Seite erhalten. In einer gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Altermind verfassten und von Suez in Auftrag gegebenen Studie stellt Wirtschaftsprofessor Patrice Geoffron die von Veolia in Aussicht gestellten Vorteile einer Fusion der beiden Konzerne in Frage. Während Skaleneffekte und weitere positive Größeneffekte eines Zusammenschlusses aufgrund der bereits erreichten Größe der beiden Kontrahenten höchstens minimal ausfallen, befürchtet der Professor der Universität Paris-Dauphine negative Entwicklungen auf die Wettbewerbsintensität auf den betroffenen Märkte sowie für die Innovationstätigkeit der Branche.

Dank ihrer integrierten und globalen Geschäftsmodelle hätten sowohl Veolia als auch Suez die kritische Größe erreicht, jenseits derer ein Größenwachstum kein Wettbewerbsfaktor mehr sei. Eine Untersuchung der Märkte und der jeweiligen Positionen von Suez und Veolia lasse keine eindeutigen Vorteile erkennen, die sich aus einem Größenzuwachs infolge einer Fusion ergeben würden, heißt es in dem Fazit der Studie weiter.

Geringe Einsparungen durch Synergien vs. hoher Verschuldungsgrad

Die Realisierung und den Umfang von möglichen Skaleneffekten hält Geoffron ebenfalls für fraglich. So seien die betroffenen Märkte oftmals zu fragmentiert und aufgrund der angebotenen Dienstleistungen auch zu lokal ausgerichtet. Mögliche Synergien durch den gemeinsamen Einkauf von Leistungen und Materialien könnten die Kosten lediglich um etwa 200 Mio € bzw. rund 0,5 Prozent senken, schätzt der Wirtschaftsexperte.

Diesen relativ überschaubaren Einsparungen stünden neben den negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb und die Innovationstätigkeit weitere spezifische Kosten und Verzögerungen gegenüber. Eine Transaktion dieser Größenordnung sei oftmals mit einer Reihe von Dissynergien, dem Verlust wichtiger Führungskräfte sowie negativen Folgen nicht kompatibler Unternehmenskulturen verbunden, heißt es. Außerdem wäre der aus dem Zusammenschluss hervorgehende Konzern durch einen hohen Verschuldungsgrad belastet, der seine Investitions- und Innovationsfähigkeit beeinträchtigen könnte.

Rechtliche Auseinandersetzungen zwischen Suez und Veolia dauern an

Neben dem unverändert starken medialen Dauerfeuer setzt sich die Auseinandersetzung zwischen Veolia und Suez auch weiterhin auf der rechtlichen Ebene fort. So trafen sich beide Seiten in der vergangenen Woche erneut vor dem Handelsgericht in Nanterre. Und auch die Europäische Kommission veröffentlichte eine Entscheidung zu dem Fall.

Den kompletten Bericht zum aktuellen Stand rund um die geplante Übernahme von Suez durch Veolia lesen Sie diese Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 08/2021.  Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

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