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Blue Phoenix übernimmt C. C. Umwelt

Stratego-Anlage in Krefeld
Gehört Blue Phoenix, wenn das Kartellamt zustimmt:
„Stratego“-Anlage von C. C. Umwelt in Krefeld.
22.02.2021 − 

Der Schlackeaufbereiter C. C. Umwelt hat einen neuen Besitzer. Wie das Unternehmen gegenüber EUWID mitteilte, hat der in Rotterdam sitzende Schlackeverwerter Blue Phoenix die Krefelder übernommen. Die Blue-Phoenix-Gruppe selbst gehört dem Private-Equity-Investor Waterland. Der Kaufvertrag sei am 9. Februar unterzeichnet worden und soll rückwirkend zum 30. November gelten.

Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt. Der Markenname C. C. Umwelt soll erhalten bleiben.

Der Markt ist im vergangenen Jahr deutlich in Bewegung geraten. Neben der C. C. Umwelt bot auch der Kraftwerksbetreiber Steag seine „Power Minerals“-Sparte zum Kauf an. Doch während es um die Steag-Tochter bislang ruhig geblieben ist, können die Eigentümer von C. C. Vollzug melden.

„Paneuropäisches Schwergewicht"

Offiziell hat ein niederländischer Schlackeaufbereiter einen deutschen Mitbewerber übernommen. Doch im Prinzip ist die Übernahme eine finanzmarktinterne Geschichte, weil die Frankfurter Investoren von Novum Capital ihre Anteile an der C. C. Umwelt an Waterland weiterverkaufen. So in etwa steht es auch beim Bundeskartellamt auf der Seite: In der vergangenen Woche ist dort der mittelbare Anteilserwerb und die alleinige Kontrolle der Waterland Private Equity über die C.C.-Gruppe angemeldet worden.

Während in der deutschen Politik noch über eine mögliche Länderöffnungsklausel für die Bayern gestritten wird, werden am Finanzmarkt Fakten geschaffen. Offenbar gehen die Gedankenspiele hier schon über das Ziel der Mantelverordnung hinaus, die unter anderem einen bundesweit einheitlichen Rechtsrahmen für die Verwertung von Ersatzbaustoffen schaffen will. Mittelfristig geht es um Europa – und so heißt es in der Mitteilung der C. C. Umwelt, dass mit der Übernahme ein „paneuropäisches Schwergewicht“ im Bereich der Aufbereitung von Rostasche aus der thermischen Abfallbehandlung entsteht.

Metallveredelung mit „Stratego"

Die wichtigste technische Weiterentwicklung hat C. C. Umwelt nach eigenen Angaben im Jahr 2019 erreicht. Das Unternehmen hatte im Sommer des Jahres am Hauptsitz im Krefelder Hafen die selbstentwickelte "Stratego"-Anlage zur Metallveredelung in Betrieb genommen. Die Anlage kann NE-Metalle in kleinen Korngrößen von zwei bis fünf Millimetern in eine leichte und eine schwere Fraktion trennen.

Zu den schweren NE-Metallen zählen ausschließlich hochpreisige Metalle, also Kupfer, Gold, Silber, Platin und Palladium. Die Trennung in leichte und schwere Fraktionen ermöglicht somit höhere Erlöse. Zuvor hatte C. C. Umwelt die Metalle lediglich als Gemisch an Metallveredler verkauft. Die Stratego-Technik wird nun die Nichteisenmetallveredelung der Niederländer ergänzen.  

Einen ausführlichen Artikel zur Übernahme der C. C. Umwelt lesen Sie in Ausgabe 08/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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