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Recylex beantragt Insolvenzverfahren für deutsche Tochterfirmen

Sebastian Rudow
Recylex-CEO Sebastian Rudow will den
Geschäftsbetrieb fortführen.
14.05.2020 − 

Die Recylex-Gruppe hat heute für ihre Tochtergesellschaften Weser-Metall GmbH, Harz-Metall GmbH, Norzinco GmbH und PPM Pure Metals GmbH Schutzschirmverfahren beantragt. „Das im Laufe des Jahres 2018 eingeleitete Ziel, die Gruppe als Ganzes zu sanieren, wurde nun aufgrund der Auswirkungen der SARS-CoV-2 Pandemie gestoppt“, teilte der Konzern mit.

Wegen des Einbruchs des Zinkpreises und der sich verschlechternden wirtschaftlichen Aussichten ist nach Aussage Recylex’ eine Fortführungsperspektive für die Harz-Metall GmbH nicht mehr gegeben. Ihre Geschäftsleitung musste deshalb die Einleitung eines Insolvenzverfahrens beantragen. Aufgrund der Mithaftung des gesamten deutschen Teilkonzerns gegenüber den finanzierenden Parteien waren die Geschäftsführer aller anderen deutschen Gesellschaften den Angaben zufolge ebenfalls insolvenzantragspflichtig.

Für die Recylex GmbH, C2P Germany GmbH und die Recylex Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH wurde dabei das Eigenverwaltungsverfahren gewählt. Ziel der Schutzschirmverfahren sei die Fortführung der Geschäftsbetriebe sowie die Fortsetzung individueller Restrukturierungsprozesse, um den betroffenen Unternehmen jeweils das Überleben zu ermöglichen, nachdem die SARS-CoV-2-Pandemie überwunden sei, teilte der Mutterkonzern mit.

Altblei-Versorgung der Nordenhamer Hütte wird fortgesetzt

Harz-Metall ist in Goslar ansässig und bereitet zinkhaltige Abfälle sowie alte Blei-Säure-Batterien und andere bleihaltige Abfälle zu Sekundärrohstoffen auf, die an die Bleihütte der Konzernschwester Weser-Metall in Nordenham geliefert wurden. Die Versorgung der Hütte mit Altblei durch die beiden französischen Recyclingstandorte der Recylex S.A. soll fortgeführt werden. Die Werke, die aufgrund der Coronakrise den Betrieb vorübergehend eingestellt hatten, sind den Angaben zufolge sukzessive wieder angelaufen und haben begonnen, Materialien gegen Vorauszahlung an Weser-Metall zu liefern.

„Ich gehe davon aus, dass die Sanierungserleichterungen, die das deutsche Recht in dieser Art von Verfahren bietet, den verschiedenen Unternehmen ermöglichen werden, ihre Geschäftsbetriebe fortzuführen und individuelle Restrukturierungswege weiter zu verfolgen“, sagte Sebastian Rudow, der Verwaltungsratsvorsitzende und CEO von Recylex.

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