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Englische MVV-Anlagen arbeiten an der Kapazitätsgrenze

Die MVV-Geschäftsführung anlässlich des Baubeginns der MVA im schottischen Dundee.
Die MVV-Geschäftsführung anlässlich des Baubeginns
der MVA im schottischen Dundee im vergangenen
Sommer (Bild: MVV/Archiv).
14.01.2019 − 

Seit 2015 bzw. 2016 betreibt der Mannheimer Energieversorger MVV in England eine Müllverbrennungsanlage und ein Biomassekraftwerk. Beide Anlagen arbeiten mittlerweile an der Kapazitätsgrenze und werfen Überschüsse in Millionenhöhe ab, wie aus den Anfang Januar im britischen Handelsregister Companies House veröffentlichten Jahresabschlüssen hervorgeht.

Demnach war das Anfang November 2016 offiziell in Betrieb genommene Biomassekraftwerk im englischen Ridham Dock im ersten kompletten Betriebsjahr voll ausgelastet. Der Anlagendurchsatz im Geschäftsjahr 2017/18 (1.10.-30.9.) lag mit 173.100 Tonnen deutlich über Vorjahresniveau von 146.900 Tonnen und auch im Bereich der auf der Firmenhomepage genannten Anlagenkapazität von 172.000 Jahrestonnen. Die Menge des verkauften Stroms erhöhte sich ebenfalls deutlich von 156.100 auf 194.800 MWh.

Der Mehrdurchsatz, der höhere Energieoutput und ein Mehrverkauf von sogenannten ROC-Zertifikaten (Renewable Obligation Certificates) sorgten dafür, dass die Umsatzerlöse der Betreiberfirma MVV Environment Ridham Ltd. von 21,5 auf 25,6 Mio britische Pfund zulegten. Das operative Ergebnis verbesserte sich von 1,8 auf 8,0 Mio Pfund, das Nachsteuerergebnis lag bei 7,1 (2,0) Mio Pfund, was rund 7,9 Mio € entspricht.

Auch für das zweite MVV-Kraftwerk in England, die thermische Abfallverwertungsanlage Plymouth im Südwesten der Insel, wurde Anfang Januar im Companies House der Jahresabschluss 2017/18 (1.4.-31.3.) veröffentlicht. Die einlinige Rostfeuerungsanlage ist auf einen Durchsatz von 245.000 Jahrestonnen ausgelegt und war im Berichtsjahr ebenfalls voll ausgelastet. Den Angaben zufolge wurden insgesamt 254.400 (Vorjahr: 246.700) Tonnen Abfall verbrannt. Die Verkaufsmenge an Strom stieg geringfügig von 177.700 auf 179.100 MWh, während die Prozessdampf-Abgabemenge mit 53.600 MWh um sieben Prozent rückläufig war.

Die Umsatzerlöse der Betreiberfirma MVV Environment Devenport Limited verbesserten sich um elf Prozent auf 38,8 Mio Pfund. Das operative Ergebnis stieg von 10,5 auf 16,3 Mio Pfund. Das Nachsteuerergebnis drehte von einem Verlust von 5,2 Mio Pfund im Vorjahr zu einem Gewinn von 1,1 Mio Pfund.

Im Sommer 2018 hat MVV mit dem Bau einer weiteren Anlage in Großbritannien begonnen. Im schottischen Dundee soll bis 2020 für rund 135 Mio € ein Müllheizkraftwerk mit einer Jahreskapazität von 110.000 Tonnen Abfall entstehen und die von MVV Ende 2017 übernommene Bestandsanlage der Kommune ersetzen.

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