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Remondis und Nehlsen verhandeln nicht

Wo soll der Bremer Biomüll umgeschlagen werden?
Wo soll der Bremer Biomüll umgeschlagen werden?
(Bild: Symbolbild)
16.04.2018 − 

Der Entsorgungskonzern Remondis verhandelt nicht mit dem Konkurrenten Nehlsen über die Nutzung der Kompostanlage auf der Bremer Blocklanddeponie zum Umschlag des Bioabfalls in Bremen. Das Unternehmen dementierte gegenüber EUWID entsprechende Gerüchte, die seit einigen Tagen durch die Lokalpresse geistern und die von Bürgerinitiativen als Alternative zu den Plänen des Unternehmens beworben werden. Man halte am Standort im Hafen der Stadt Bremen fest, hieß es.

Auch Nehlsen bestätigte gegenüber EUWID, dass bislang keine Anfrage von Remondis vorliegt. Sollte es dazu kommen, "werden wir uns schnell und intensiv" damit beschäftigen. "Für Gespräche sind wir natürlich bereit", so Nehlsen weiter. 

Remondis muss sich in Bremen derzeit mit Anwohner-Protesten auseinandersetzen. Die Lünener hatten im vergangenen Jahr den Zuschlag für die Verwertung der rund 25.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr erhalten. Bislang hatte Nehlsen das Material in einer Kompostanlage auf dem Gelände der Bremer Blockland-Deponie verwertet. Remondis will den Biomüll künftig im etwa 120 Kilometer entfernten Osnabrück entsorgen. Dort baut Remondis derzeit eine Bioabfall-Vergärungsanlage. Ende des Jahres wollen die Westfalen die Anlage in Betrieb nehmen.

Das Grundstück im Hafen ist bereits Plan B

Um den Biomüll dort hinzubringen, muss der Abfall zunächst irgendwo umgeschlagen werden. Erst wollte Remondis das im Bremer Stadtteil Woltmershausen machen. Doch dort waren die Proteste der Anwohner Branchenkreisen zufolge so heftig, dass sich die Lünener nach Alternativen umsahen. Fündig wurden sie im Hafen der Hansestadt, wo der ebenfalls zur Rethmann-Gruppe gehörende Logistiker Rhenus einen Standort betreibt.

Doch gegen den Biomüll-Umschlag in dem Industriegebiet gibt es ebenfalls einen Aufruhr der Anwohner. Befürchtet werden nach einem Bericht im "Weser Kurier" vom Wochenende unter anderem Emissionen von „gefährlichen Pilz-Sporen“ in der Luft durch den Umschlag der Bioabfälle sowie Geruchsbelästigungen.

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