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Remondis erhält Zuschlag für FES-Beteiligung


Remondis bleibt bis mindestens 2040 mit 49 Prozent
an der Frankfurter FES beteiligt.
09.09.2020 − 

Remondis bleibt privater Partner des größten Entsorgungsunternehmens in der Rhein-Main-Region. In einem EU-weiten pilothaften Vergabeverfahren der Stadt Frankfurt, die im letzten Jahr 49 Prozent der Anteile an der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) für 20 Jahre ausgeschrieben hatte, erhielt der Lünener Entsorger nun den Zuschlag, gab die Stadt heute bekannt. Der Vertragsabschluss sei eine „Win-Win-Situation für alle“.

Hintergrund der Neuausschreibung des auch schon bisher von Remondis gehaltenen 49-Prozent-Minderheitsanteils an dem öffentlich-privaten Unternehmen (ÖPP) waren wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU-Kommission. Diese hatte moniert, dass die Stadt Frankfurt die Leistungsverträge über die Abfallsammlung und –entsorgung, die Straßenreinigung und den Winterdienst sowie über die Bioabfallverwertung stets ohne Ausschreibung an die FES vergeben hatte. Um diesen wettbewerblichen Einwänden zu begegnen und die FES langfristig zu erhalten, entschied sich die Stadt daher als Pilotprojekt, statt der Entsorgungsverträge den privaten Geschäftsanteil an der FES für die Zeit von 2021 bis 2040 auszuschreiben. Das Verfahren wurde vorab von der EU-Kommission geprüft und in enger Abstimmung mit dieser durchgeführt.

Remondis siegt über „hochqualifizierte Konkurrenz“

Wie es heißt, hat sich der bisherige Partner Remondis gegenüber einer „hochqualifizierten Konkurrenz aus der Entsorgungsbranche“ durchgesetzt. Wichtigstes Zuschlagskriterium mit einer Gewichtung von 50 Prozent war der Preis. Daneben spielten aber auch andere ökologische und fachliche Aspekte eine Rolle. Wer die Mitbieter waren, wurde nicht genannt.

Die Stadt Frankfurt zeigt sich zufrieden mit dem Ausschreibungsergebnis. „Der Zuschlag für eine zwanzigjährige Partnerschaft an der FES ist für die Stadt Frankfurt, für die Bürgerinnen und Bürger sowie das Unternehmen FES ein echter Gewinn“, kommentierten Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Bürgermeister Uwe Becker und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig den Vertragsabschluss mit Remondis. Es sei gelungen, die Kompetenzen und Kräfte für die kommenden Jahre in einer Hand zu bündeln.

Vertragswerk mit einem finanziellen Gesamtvolumen von 2,4 Mrd €

Zeitgleich mit dem neuen Konsortialvertrag mit Remondis starten ab 2021 auch die neuen 20-jährigen Leistungsverträge über Abfallsammlung und -entsorgung, über Stadtreinigung und Winterdienst sowie über Bioabfallverwertung. Diese hatte die Stadt mit der FES, wie berichtet, bereits Ende 2019 neu verhandelt. Nach Angaben der Stadt handelt es sich in Summe – über 20 Jahre gerechnet – um ein Vertragswerk mit einem finanziellen Volumen von rund 2,4 Mrd €.

Für Remondis sind die ÖPP-Beteiligungen ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Eigenen Angaben zufolge ist Deutschlands größter Entsorger an insgesamt 60 gemischtwirtschaftlichen Gesellschaften in zwölf Bundesländern und drei Stadtstaaten beteiligt. Eine von EUWID kürzlich durchgeführte Auswertung der im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsberichte ergab, dass die im Entsorgungsbereich tätigen ÖPP von Remondis im Geschäftsjahr 2018 mindestens 1,2 Mrd € Umsatz erwirtschaftet haben und an Remondis Gewinne von mindestens 63 Mio € ausgeschüttet wurden.

Zu den profitabelsten ÖPP zählte in den letzten Jahren dabei stets die Remondis-Beteiligung an der FES. In den Jahren 2017 und 2018 wurden jeweils mehr als acht Mio € Gewinn von der FES an Remondis ausgeschüttet.

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