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Zementwerk Lengerich darf bis zu 100 Prozent Sekundärbrennstoffe einsetzen


Bildquelle: Dietmar Rabich
13.11.2017 − 

Der Wiesbadener Zementhersteller Dyckerhoff darf an seinem Standort Lengerich den Brennstoffbedarf künftig vollständig durch abfallbasierte Sekundärbrennstoffe (SBS) decken. Der entsprechende Genehmigungsbescheid der Bezirksregierung Münster erging bereits Ende September, wie die Behörde aktuell im Amtsblatt mitteilt. Bislang war die SBS-Einsatzrate für die Drehrohrofenanlagen 4 und 8 auf 60 bzw. 75 Prozent der Feuerungswärmeleistung beschränkt.

Dyckerhoff will im Lengericher Zementwerk künftig vor allem Fluff also flugfähige Fraktionen der Sekundärbrennstoffe mitverbrennen. Beantragt und genehmigt wurden Einsatzmengen von bis zu 12,2 Tonnen Fluff pro Stunde im Drehofen 4 bzw. 23 Tonnen im Drehofen 8. Daneben sollen stündlich wie bisher maximal 2,5 Tonnen (Ofen 4) bzw. 4,0 Tonnen (Ofen 8) Lösemittel in der Hauptfeuerung sowie maximal 10,0 Tonnen pro Stunde Klärschlamm in der Calcinatorfeuerung von Ofen 8 eingesetzt werden können.

Die Lösemittelmengen dürfen jeweils auch durch Fluff ersetzt werden, so dass im geplanten Zustand auch maximal mögliche Einsatzmengen von 14,7 Tonnen Fluff (Ofen 4) bzw. 27 Tonnen (Ofen 8) in der Stunde möglich wären. Wie Dyckerhoff auf Nachfrage mitteilte, kam der Ofen 4 in den letzten Jahren im Schnitt auf 6.000 bis 7.000 Jahresbetriebsstunden, beim Ofen 8 waren es durchschnittlich 7.000 Betriebsstunden. Der SBS-Einsatz könnte sich somit auf bis zu 290.000 Tonnen im Jahr belaufen.

Insgesamt plant Dyckerhoff Investitionen von rund zehn Mio €. So soll die bestehende Fluff-Lagerhalle um zwei zusätzliche Lagerboxen à 865 Kubikmeter netto erweitert werden. Die vorzeitig bereits im Mai genehmigten Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Weiterhin ist die Genehmigung zur Erhöhung der SBS-Einsatzrate an die Bedingung geknüpft, dass die Elektrofilter der beiden Drehrohröfen auf Gewebefilter umgerüstet werden. Hier ist der Baubeginn für Januar 2018 geplant.

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