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Zementindustrie will bis 2050 mindestens 85 Prozent Ersatzbrennstoffe einsetzen


Mitverbrennung von Abfällen ein Baustein auf
dem Weg zur klimaneutralen Zementproduktion.
27.01.2021 − 

Die Zementindustrie in Deutschland will bis 2050 mindestens 85 Prozent der benötigten Energie über alternative Brennstoffe decken. Das ist der Studie „Dekarbonisierung von Zement und Beton – Minderungspfade und Handlungsstrategien“ des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ) zu entnehmen. Doch eine klimaneutrale Zementproduktion ist allein durch den Einsatz von abfallbasierten Brennstoffen bis zur Mitte des Jahrhunderts nicht zu erreichen. Das sei nur mit einer Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS) beziehungsweise Nutzung des abgeschiedenen Kohlendioxids (Carbon Capture and Utilization, CCU) zu erreichen, heißt es in der Studie.

Das liegt den Studienautoren zufolge insbesondere am vergleichsweise hohen Anteil so genannter Prozessemissionen, die sich nicht vermeiden lassen. Prozessemissionen entstehen in der Zementindustrie, wenn der aus Steinbrüchen gewonnene Kalkstein in Drehrohröfen zu Zementklinker gebrannt wird. Beim Brennprozess werde der Kalkstein auf 1.450 Grad Celsius erhitzt. Allein das setzt bereits CO2 frei – ganz unabhängig vom eingesetzten Brennstoff.

Die Prozessemissionen stellen den größeren Teil der Treibhausgasemissionen bei der Zementherstellung. Etwa zwei Drittel des CO2 entsteht der Studie zufolge prozessbedingt, ein Drittel brennstoffbedingt. Im Jahr 2019 haben die Zementwerke in Deutschland insgesamt rund 20 Mio Tonnen Kohlendioxid emittiert.

Anteil der alternativen Brennstoffe soll bis 2050 auf 85 bis 90 Prozent steigen

Um die brennstoffbedingten Emissionen – immerhin 6,8 Mio Tonnen im Jahr 2020 – zu senken, will die Zementindustrie in Deutschland den Einsatz von abfallbasierten Brennstoffen weiter erhöhen. Bei 85 Prozent soll der Anteil der „alternativen Brennstoffe“ im so genannten „ambitionierten Referenzszenario“ liegen. Der VDZ geht in seinen Berechnungen davon aus, dass der biogene Anteil der alternativen Brennstoffe 35 Prozent beträgt. Im anderen Szenario – dem Szenario „Klimaneutralität“ – steigern die Zementwerke den Abfalleinsatz im Brennstoffmix auf 90 Prozent, die restlichen zehn Prozent der benötigten Energie liefert Wasserstoff.

Diese Strategie der Dekarbonisierung setzt in beiden Szenarien natürlich voraus, dass auch im Jahr 2050 noch genügend Abfälle für die Zementindustrie verfügbar sind. „Auf dem Weg zur Klimaneutralität ist es daher wichtig, mögliche Wechselwirkungen zwischen Klima-, Abfall- und Ressourcenpolitik, die sich heute bei bestimmten Stoffströmen abzeichnen, frühzeitig aufzulösen und entsprechend auszutarieren“, heißt es in der Studie.

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