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Wartungsstillstände und niedrigere Raffinierlöhne für Altkupfer belasten Aurubis-Ergebnis


„Unser Ergebnis wurde durch mehrere, außerordentliche
Faktoren belastet", so Vorstandschef Harings.
08.08.2019 − 

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 belasteten Wartungsstillstände und zusätzliche Aufwendungen nach Stopp des Future Complex Metallurgy (FCM) Projekts das operative Ergebnis der Aurubis AG. Das operative Vorsteuerergebnis (EBT) des Hamburger Konzerns lag nach drei Quartalen bei 125 Mio € und damit nur noch etwa halb so hoch wie im Vorjahr. Deutlich niedrigere Raffinierlöhne für Altkupfer bei gutem Angebot sowie gestiegene Energiekosten und der durchschnittlich niedrigere Kupferpreis steuerten zum gesunkenen Ergebnis bei. Die Umsatzerlöse blieben mit 8,68 Mrd € etwa auf dem Niveau des Vorjahres, wie aus den heute veröffentlichten Zahlen des Konzerns hervorgeht.

Ungeplante Wartungsstillstände hatten laut Angaben des Unternehmens bereits im ersten Quartal für einen negativen Ergebniseffekt von rund 25 Mio € gesorgt. Zudem hat ein geplanter Wartungsstillstand am bulgarischen Standort Pirdop für einen weiteren negativen Ergebniseffekt von etwa 15 Mio € gesorgt. Die Kosten für die Einstellung des internen Investitionsprojekts FCM beziffert Aurubis auf rund 30 Mio €. Darüber hinaus wirkten laut Angaben des Konzerns eine niedrigere Durchsatzmenge bei gleichzeitig geringeren Schmelz- und Raffinierlöhnen auf das Ergebnis ein.

„Unser Ergebnis im 3. Quartal wurde durch mehrere, außerordentliche Faktoren belastet“, sagte Roland Harings, Vorstandvorsitzender der Aurubis AG, und fügte weiter an: „Neben den einmaligen Sonderbelastungen aus der Einstellung des FCM-Projekts blieb die operative Performance unserer Produktionseinheiten hinter den Erwartungen zurück.“ Zusätzlich habe auch der Nachfragerückgang auf den Produktmärkten im Mai und Juni einen negativen Einfluss auf das Ergebnis, so Harings.

Aurubis hält an Multi-Metall-Strategie fest

Teile der erstellten Pläne und Anlagenkonfigurationen des FCM-Projekts will Aurubis nutzbar machen und diese bei der zukünftigen Umsetzung der weiterhin anvisierten Multi-Metall-Strategie einsetzen, erklärte Harings. „Darüber hinaus wird der Erwerb der belgisch-spanischen Metallo-Gruppe mit dazu beitragen, dass Aurubis auch aus niedrig-metallhaltigen Materialien werthaltige und marktfähige Produkte verarbeiten wird“, betont Harings die Bedeutung des Erwerbs der Metallo-Gruppe für die Multi-Metall-Strategie des Unternehmens.

Der Aurubis-Konzern hatte bereits mit der Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse seine Prognose korrigiert. Für das laufende Geschäftsjahr gehen die Hamburger von einem operativen EBT unter dem Vorjahr aus. Aufgrund der Stillstände und Investitionsmaßnahmen an einigen Standorten erwartet der Konzern zudem eine geringere Anlagenverfügbarkeit und damit auch eine deutlich niedrigere Verarbeitungsmenge an Kupferkonzentraten. Zusätzlich schätzt das Unternehmen, dass auch die Kathodenproduktion unter dem Wert der Vorjahresmenge liegen wird.

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