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Verpackungshersteller fordern von Politik entscheidende Impulse für Rezyklatmarkt


AGVU-Vorsitzender Carl Dominik Klepper:
"Politik muss entscheidende Impulse setzen."
29.06.2020 − 

Über das Ziel herrscht politischer Konsens: Bei der Herstellung neuer Produkte sollen mehr recycelte Stoffe zum Einsatz kommen. Mit einem letzte Woche veröffentlichten Diskussionspapier wollen die die Verpackungshersteller vertretenden Verbände AGVU und IK die Debatte um den besten Weg zur Zielerreichung sowie geeignete Regulierungen wie Quoten und finanzielle Steuerungsinstrumente für den Kunststoff-Rezyklateinsatz nun vertiefen und beschleunigen. Der Markt brauche mehr Schwung und eine politische Weichenstellung, so die Verbände.

Die AGVU Arbeitsgemeinschaft Verpackung + Umwelt und die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen weisen darauf hin, dass gerade im Bereich Kunststoffverpackungen ein großes Potenzial zur Steigerung des Rezyklateinsatzes besteht. Denn während der Einsatz von Rezyklaten in anderen Kunststoff verarbeitenden Branchen, insbesondere bei Bau- und Landwirtschaftsanwendungen, mitunter schon signifikante Werte von 22 bis 35 Prozent erreiche, liege der Rezyklatanteil bei Kunststoffverpackungen zurzeit nur bei etwa neun Prozent.

Noch erhebliche Hürden für Rezyklateinsatz

AGVU und IK sehen noch erhebliche (gesetzliche) Hürden für den Einsatz von Rezyklaten. Dies sei der Grund, warum sich Rezyklate im bestehenden Preis-Leistungs-Wettbewerb zu Kunststoffneuware in weiten Teilen des Verpackungsmarkts nur schwer behaupten könnten. „Der Markt für Kunststoffrezyklate funktioniert aktuell nur eingeschränkt. Damit die deutsche Industrie nicht den Anschluss an die Fortentwicklung der Kreislaufwirtschaft mit ihren vielfältigen Chancen verliert, muss die Politik nun die entscheidenden Impulse setzen“, so Carl Dominik Klepper, Vorsitzender der AGVU.

Im Zentrum des Verbändepapiers postulieren AGVU und IK sechs Grundsätze einer wirkungsvollen und marktkonformen Regulierung. Dazu gehöre etwa die Notwendigkeit, signifikant zur Einsparung von Ressourcen und klimaschädlichen Gasen beitragen, gleichzeitig aber Wettbewerbsnachteile für die deutsche Wirtschaft zu vermeiden. Auf Basis dieser Grundsätze stoßen die Verbände sodann eine Diskussion zu den verschiedenen Modellen gesetzlicher Mindestquoten und alternativer Optionen zur Förderung des Rezyklateinsatzes an. Ziel des Papiers sei es, den politischen Diskurs weiterzuentwickeln und zu beschleunigen.

Den ausführlichen Artikel zum Positionspapier von AGVU und IK lesen Sie in Ausgabe 27/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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