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Verdi bricht in Mecklenburg-Vorpommern Verhandlungen mit Remondis ab

Remondis Fahrzeuge
Remondis Seenplatte Logistik soll den Mitarbeitern
mehr bezahlen, fordert Verdi.
25.05.2020 − 

Verdi hat die Tarifverhandlungen in der vergangenen Woche mit der Remondis Seenplatte Logistik abgebrochen und den Arbeitskampf beschlossen. In einer Stellungnahme kritisiert die Gewerkschaft das Verhalten und die "eklatante sowie provokante Verhandlungsführung des Arbeitgebers".

Verdi fordert unter anderem eine Erhöhung des Stundenlohns auf 14 € nach sechs Jahren im Betrieb für Fahrer sowie eine dementsprechend prozentual angeglichene Tariftabelle und wies auf vergleichbare Tarifverträge für dieselbe Tätigkeit nach sechs Jahren bei anderen Remondis-Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern hin. Die Laufzeit des bisherigen Tarifvertrags endete Ende des letzten Jahres.

"Wenn das angekündigte neue Angebot des Arbeitsgebers nach unserer Prüfung noch schlechter ist als das schon abgelehnte, dann ist das nicht nur ein Schlag ins Gesicht für die Kollegen, sondern dann bricht die Remondis Seenplatte Logistik damit auch ihr Versprechen aus dem Jahr 2016", sagt der Betriebsratsvorsitzende Karsten Köstler. Nach der Standortübernahme des Betriebs von Tönsmeier durch Remondis vor vier Jahren blieben viele Entgeltfragen ungeklärt und es wurde ein Kompromiss vereinbart, erklärt Verdi-Verhandlungsführer Mathias Bialuch.

Remondis hält Verdi-Forderungen für wirtschaftlich nicht umsetzbar

Selbst ohne die bereits spürbar einsetzende Wirtschaftskrise seien die Forderungen der Gewerkschaft wirtschaftlich in keiner Weise umsetzbar, so Remondis. Eine Lohnerhöhung von etwa 27 Prozent würde Personalmehrkosten in Höhe von über 600.000 € pro Jahr und damit über 1,2 Mio € über die Laufzeit von 24 Monaten bedeuten, erklärt das Unternehmen gegenüber EUWID.

Schon jetzt lassen sich laut Remondis eine rückläufige Zahlungsmoral und Finanzkraft bei Kunden feststellen. Das Unternehmen befürchtet als Folge der Corona-Pandemie die schwerste Rezession der Nachkriegszeit, die gravierendere Auswirkungen als die Finanzkrise von 2008 haben wird.

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