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Verbunde auf Papierbasis schwächen Verpackungsrecycling

Papierverpackungen
Verpackungen auf Papierbasis können das Recycling
gefährden.
01.09.2020 − 

Die zunehmende Umstellung von Kunststoffverpackungen auf Verbundverpackungen aus Papier und Kunststoff wird ein immer größeres Problem für das Verpackungsrecycling. Wie die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) heute erklärte, könnten solche faserbasierte Verpackungen mit Kunststoffanteil bestenfalls teilweise verwertet werden.

ZSVR-Vorstand Gunda Rachut zufolge drängen die Plastikdebatte, die Single-Use-Plastics-Richtlinie, und die europäische Plastiksteuer Abfallhierarchie mit Abfallvermeidung und -verwertung in den Hintergrund. "Stattdessen nehmen im Zuge dieser Diskussionen faserbasierte Verpackungen mit Kunststoffanteil rasant zu. Diverse Unternehmen haben aufgrund der Kritik an Plastikverpackungen auf Papierverpackungen umgestellt, verwenden dabei aber kunststoffbeschichtete Verbunde", sagte Rachut.

Trend zu Lasten des Recyclings

Der Trend bei den Verbundverpackungen gehe klar zu Lasten des Recyclings. "Auch wenn eine Verpackung hauptsächlich aus Papier besteht: Sobald eine Kunststoffbeschichtung dazu kommt, wird das Recycling begrenzt", sagte Rachut.

Recyclingfähige Verpackungsalternativen aus Monomaterialien seien ökologischen Gesichtspunkten klar zu bevorzugen. "Wir setzen uns dafür ein, dass die Ökologie in der Diskussion wieder die Oberhand gewinnt", so Rachut. Nach ihren Angaben sind zudem die Verwertungskapazitäten und -produkte für faserbasierte Verpackungen mit Kunststoff deutlich begrenzt.

Neuer Mindeststandard für Recyclingfähigkeit

Die Zentrale Stelle hat heute ihre neuen Mindeststandards für die Bemessung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen veröffentlicht. „Mit dem neuen Mindeststandard können Unternehmen noch schneller die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen feststellen“, sagt ZSVR-Vorstand Rachut. Der neue Mindeststandard vereinfache die Anwendung deutlich: Mit einer detaillierten Beschreibung des Prüfverfahrens sollen Unternehmen noch leichter die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen überprüfen können.

In der neuen Fassung werden nun auch technische Innovationen abgebildet, die noch nicht flächendeckend bestehen. Zu diesem Zweck wurde eine dreistufige Systematik zur Überprüfung der jeweils bestehenden Recyclinginfrastruktur eingeführt. Mit der Prüfung der Verwertungsinfrastruktur, der Sortier- und Trennbarkeit der Verpackung sowie der Berücksichtigung von Recyclingunverträglichkeiten lasse sich anwenderfreundlich ermitteln, ob eine Verpackung gut zu recyceln ist.

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