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Veolia und Leag präsentieren Konzept für EBS-Kraftwerk Jänschwalde

Computeranimation der EVA Jänschwalde
So soll das EBS-Kraftwerk EVA Jänschwalde aussehen.
26.11.2020 − 

Der französische Umweltkonzern Veolia und der Kraftwerksbetreiber Leag haben diese Woche Details zum Anlagen- und Stoffstromkonzept der "Energie- und Verwertungsanlage (EVA) Jänschwalde" vorgestellt. Anlass der Online-Pressekonferenz war die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens EVA Jänschwalde GmbH & Co. KG, an der beide Unternehmen zur Hälfte beteiligt sind.

Wie viel die Unternehmen in das Projekt investieren, verrieten die an der Online-Pressekonferenz teilnehmenden Vertreter der beiden Konzerne nicht. Über das Investitionsvolumen sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es.

Die technischen Daten der Anlage hatten Veolia und Leag im Wesentlichen bereits vor einiger Zeit kundgetan: So soll die EVA Jänschwalde rund 480.000 Tonnen Abfall pro Jahr in der Spitze verbrennen können – bei einem vergleichsweise hohen Auslegungsheizwert von 13,2 Megajoule pro Kilogramm. Allerdings geht die Leag davon aus, im Realbetrieb rund 423.000 Tonnen Abfall pro Jahr in der Anlage energetisch zu verwerten.

Regional anfallende Reststoffe aus Gewerbeabfall- und LVP-Sortieranlagen

Etwa 75 Prozent des Inputmaterials wird dem Konzept zufolge Veolia liefern, über den Daumen gepeilt also etwa 320.000 Tonnen Abfall und Klärschlamm. Die restlichen 25 Prozent des Inputmaterials will die Leag beschaffen. Veolia betonte in der Pressekonferenz, zu Ersatzbrennstoffen (EBS) aufbereitete Reste aus Gewerbeabfall- und LVP-Sortieranlagen in der EVA Jänschwalde verbrennen zu wollen – also keine unsortierten Baumischabfälle, Hausmüll oder andere heterogene Abfallgemische.

Der EBS soll darüber hinaus aus einem Umkreis von 50 bis 250 Kilometern um den Standort Jänschwalde herum  stammen. So werden die Gewerbeabfallsortieranlagen in Berlin, Cottbus, Massen, Alt Golm, Spreetal und Chemnitz die Anlage in Jänschwalde beliefern. Außerdem werden den Plänen zufolge die LVP-Sortieranlagen in Alt Golm, Dresden, Radibor und Wünschendorf ihre Reststoffe in der Lausitz entsorgen.

In der regionalen Debatte hatten Umweltverbände unter anderem die Größe der Anlage kritisiert und den regionalen Bedarf der Verbrennungsanlage angezweifelt. Die EVA Jänschwalde könne nur mit Abfällen aus dem Ausland ausgelastet werden. Bei der Pressekonferenz präsentierten Veolia und Leag Zahlen, die belegen sollen, dass die Auslastung des geplanten EBS-Kraftwerks ohne Abfälle aus dem Ausland gesichert ist. Auf Abfallimporte will man in Jänschwalde verzichten.

Einen ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe 49/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung.

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