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Veolia reagiert auf Gerüchte über Verkauf von Suez-Aktivitäten in GB und Australien


In der immer hitziger geführten Übernahmeschlacht
überziehen sich Veolia und Suez mit gegenseitigen Vorwürfen.
08.03.2021 − 

Der Ton im Übernahme- bzw. Abwehrkampf zwischen den französischen Umweltkonzernen Veolia und Suez verschärft sich weiter. Am Sonntagabend warf Veolia seinem Konkurrenten Suez in einer Mitteilung „Selbstsabotage“ vor und drohte mit rechtlichen Schritten gegen die Mitglieder des Verwaltungsrats. Hintergrund sind Gerüchte über einen möglichen Verkauf von Suez-Aktivitäten in Australien und Großbritannien, die Veolia zufolge 80 Prozent der Entsorgungsaktivitäten von Suez außerhalb Frankreichs ausmachen.

Veolia betrachtet diese Aktivitäten als von strategischer Bedeutung und will Suez daran hindern, sie zu verkaufen. Veolia hat sich auch in seinem Übernahmeangebot von Anfang Februar von 18 € pro Suez-Aktie vorbehalten, das Angebot zurückzuziehen, falls Suez sich von als strategisch erachteten Unternehmensteilen trennt.

In der Mitteilung von Sonntagabend warf Veolia dem CEO von Suez Bertrand Camus „Doppelzüngigkeit“ vor, weil er einerseits so rasch wie möglich eine Einigung mit Veolia fordere, anderseits Veolia aus der Presse erfahren müsse, das der Verkauf von zwei Unternehmensteilen kurz vor dem Abschluss stehe, die Veolia von Anfang an als strategisch bewertet habe. Dem Verwaltungsrat von Suez warf der Konzern vor, „von einer Politik der verbrannten Erde zu einer Politik der Selbstsabotage“ übergegangen zu sein.

Die Verkäufe würden nur deshalb durchgeführt, um die von Suez angekündigten Sonderdividenden zu finanzieren. „Wenn es dazu kommt, dass der Verwaltungsrat vorschlägt, eine Sonderdividende von drei bis fünf Mrd € auszuzahlen, wenn das Eigenkapital des Unternehmens 6,6 Mrd € beträgt, dann ist das einfach eine Abwicklung des Unternehmens, dessen Interessen er eigentlich dienen sollte“, so Veolia. Der Konzern kündigte an, diese Woche in einer Pressekonferenz einen Vorschlag für eine geordnete Lösung der Situation vorzustellen.

Suez ruft Veolia zu Zurückhaltung auf

Suez sprach am Montagmorgen von einer „Droh-Mitteilung“ Veolias und rief seinen Konkurrenten zu „Zurückhaltung und Ruhe in der Kommunikation“ auf. Suez wies auch darauf hin, dass der Konzern „zu Marktgerüchten“ keine Stellung beziehe, „seien sie nun orchestriert oder nicht“. Das einzige Projekt zur Zerschlagung von Suez sei das Übernahmeprojekt von Veolia. Suez erneuerte außerdem den Aufruf an den Konkurrenten, so bald wie mögliche Verhandlungen über eine Lösung aufzunehmen, welche die eigenen industriellen Pläne von Suez „respektiere“.

Was an den Gerüchten um den Verkauf der Suez-Aktivitäten dran ist und welche Bedeutung die Geschäfte für den Konzern haben, lesen Sie diese Woche in in EUWID Recycling und Entsorgung 10/2021.  Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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