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Umwelthilfe kritisiert Service auf Wertstoffhöfen


Jürgen Resch (Quelle: DUH/Steffen Holzmann)
27.06.2018 − 

Aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe wird es Verbrauchern in vielen Städten und Kommunen weiterhin erschwert, ihre Abfälle und Wertstoffe ordnungsgemäß zu entsorgen. Zu diesem Ergebnis kommt die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation nach einer aktuellen Überprüfung von 70 Wertstoffhöfen in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland, Bremen und Hamburg. Als gravierendste Probleme identifizierte die DUH unregelmäßige und arbeitnehmerunfreundliche Öffnungszeiten, eine eingeschränkte Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, fehlende oder kaum erkennbare Informationsschilder, eingeschränkte Abgabemöglichkeiten für gefährliche Abfälle sowie fehlende Möglichkeiten, funktionstaugliche Produkte einer Wiederverwendung zuzuführen.

„Verbraucher haben zur ordnungsgemäßen Entsorgung von Elektroaltgeräten, Schadstoffen, Sperrmüll, Altholz oder Altfarben zumeist keine andere Möglichkeit, als den kommunalen Wertstoffhof aufzusuchen. Deshalb sind arbeitnehmerfreundliche Öffnungszeiten und eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein Muss“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Bei vielen Wertstoffhöfen gebe es aber Probleme mit Öffnungszeiten am Wochenende oder unter der Woche nach der üblichen Arbeitszeit. Die Höfe sollten samstags und unter der Woche mindestens einmal ab acht Uhr und an einem weiteren Tag bis achtzehn Uhr abends geöffnet haben.

Die DUH fordert die Kommunen dazu auf, ihrer Verantwortung für den Klima- und Ressourcenschutz nachzukommen, indem sie eine flächendeckende, zumutbare und serviceorientierte Wertstoffsammlung anbieten. Damit soll verhindert werden, dass Wertstoffe und schadstoffhaltige Abfälle unsachgemäß im Restmüll oder der Umwelt entsorgt werden. Eine Orientierung, wie dies gelingen kann, biete das neue RAL-Gütezeichen Rückkonsum, so die Umwelthilfe.

Erster deutscher Wertstoffhof mit RAL-Gütezeichen ausgezeichnet

Als erstes Wertstoffzentrum in Deutschland wird das kommunale „Rückkonsumzentrum“ im saarländischen Mettlach mit dem RAL-Gütezeichen 950 ausgezeichnet. Die Prämierung soll morgen im Rahmen einer Feier erfolgen, teilte die RAL-Gütegemeinschaft mit. Neben dem Wertstoffhof in Mettlach haben bisher auch zwei Rückkonsumzentren in Luxemburg und Schweden die Vorgaben des im letzten Jahr eingeführten Gütezeichens erfüllt.

Das kommunale Rückkonsumzentrum in Mettlach biete allen Einwohnern nicht nur eine leistungsfähige Wertstoffsammelstelle, sondern auch eine fachliche Beratungsstelle in Sachen Müllverwertung und Müllvermeidung, einen attraktiven „Second-Hand-Shop” sowie mit der „SuperDrecksKëscht” auch eine permanente Annahmestelle für Sondermüll, so die Gütegemeinschaft.

Die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs in Mettlach entsprechen allerdings nicht hundertprozentig den Vorstellungen der Deutschen Umwelthilfe. Das Rückkonsumzentrum ist in der Woche täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet – donnerstags sogar bis 18 Uhr. An Samstagen werden Wertstoffe und Abfälle von 8 bis 16 Uhr angenommen.

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