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Umicore meldet stark verbesserte Zahlen für Recyclingsparte


Bei Kindern, die im Umfeld der Umicore-Anlage im
Antwerpener Stadtteil Hoboken wohnen, wurden
Anfang Juli erhöhte Bleiwerte im Blut festgestellt.
31.07.2020 − 

Der belgische Metallurgiekonzern Umicore vermeldet für seine Recyclingaktivitäten in der ersten Hälfte des laufenden Jahres deutlich verbesserte Zahlen. So stiegen die Umsätze der Sparte um 40 Prozent auf 440 Mio €. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte mit 190 Mio € gegenüber dem Vorjahreswert von 78 Mio € sogar fast verdreifacht werden.

Zu den guten Ergebnissen hätten alle Geschäftseinheiten der Recyclingsparte aufgrund gestiegener Aktivitäten, höherer Metallpreise sowie günstiger Handelsbedingungen beigetragen, teilte der Konzern heute mit. Die Edelmetallraffination profitierte neben einem günstigen Angebotsumfeld auch von einer höheren Verfügbarkeit der Hütte in Hoboken, die im vergleichbaren Vorjahreszeitraum aufgrund eines längeren geplanten Wartungsstillstand sieben Wochen ausgefallen war.

Für die zweite Jahreshälfte hat Umicore eigenen Angaben zufolge bereits einen großen Teil der Geschäfte mit Platin- und Edelmetallen abgesichert. Der Geschäftsbereich „Precious Metals Refining“ werde daher auch weiterhin von günstigen Lieferbedingungen profitieren. Gleichzeitig werde aber die Verfügbarkeit durch die geplante vierwöchige Wartungsstilllegung im Juli beeinträchtigt. Darüber hinaus erwartet der Konzern in den anderen Geschäftseinheiten der Recyclingsparte „gewisse saisonale Effekte“.

Hohe Bleiwerte im Blut von Kindern rund um Anlage in Hoboken

Umicore berichtet außerdem von erhöhten Bleiwerten im Blut von Kindern, die in der Nähe der Anlage im Antwerpener Stadtteil Hoboken wohnen. Der Anstieg der Messwerte von Anfang Juli sei plötzlich und nach mehreren Jahren stetigen Rückgangs unerwartet gekommen, erklärt der Konzern. In den letzten Jahren habe man die Emissionen der Anlage durch verschiedene Investitionen erheblich reduzieren können. Die von den Behörden als auch von Emissionen gemessenen Emissionen hätten weit unter der gesetzlichen Norm gelegen, heißt es weiter. Daher habe es keine Anzeichen gegeben, dass ein solcher Anstieg der Bleiwerte im Blut auftreten könnte.

Der Konzern sucht nun nach möglichen Ursachen für die erhöhten Werte. Außerdem arbeite man gemeinsam mit der Stadtverwaltung an nachhaltigen Lösungen für das Problem. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, bestimmte Häuser in der Nähe des Werks zu kaufen, erklärt Umicore weiter. Parallel werde aber auch das Investitionsprogramm zur weiteren Reduzierung der Emissionen fortgesetzt.

Den kompletten Bericht zum Geschäftsverlauf bei Umicore sowie den Aussichten für die zweite Jahreshälfte lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 32/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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