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Studie: BECCS eröffnet erhebliches Potenzial für thermische Abfallbehandlungsanlagen

CCS Grafik
Negative CO2-Emissionen mit der energetischen
Verwertung von Bioabfällen und CCS.
19.05.2021 − 

Das Klimaschutzpotenzial der CO2-Abscheidung bei der energetischen Verwertung von biogenen Abfällen beträchtlich. Das haben Forscher der ETH Zürich in einer aktuell veröffentlichten Studie berechnet.

In den kommenden Jahrzehnten muss Europa seine Treibhausgasemissionen dramatisch reduzieren, um die Zusagen des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen. Aber auch in einer künftigen klimaneutralen Wirtschaft wird es Sektoren geben, die Treibhausgase ausstoßen, weil es prozessbedingt möglicherweise nicht anders geht. Zu den schwer zu dekarbonisierenden Bereichen gehört unter anderem die Herstellung von Zement, die Vieh- und Pflanzenzucht sowie die chemische und pharmazeutische Industrie.

Für eine ausgewogene Klimabilanz – also eine „klimaneutrale“ Wirtschaftsweise – müssen diese Emissionen kompensiert werden. Dazu braucht man Technologien, die „negative Emissionen“ erzeugen, die also CO2 der Atmosphäre entziehen. Zu diesen Technologien zählt „Bioenergy with Carbon Capture and Storage“ – kurz BECCS. Denn Bioenergie gilt auch ohne CCS als klimaneutral. Mit CCS-Technik wären die Emissionen der Bioenergie negativ.

Einsparpotenzial in Europa von bis zu 200 Mio Tonnen pro Jahr

Forscher der ETH Zürich haben nun berechnet, welches Klimaschutzpotenzial in der Kombination von Energiegewinnung aus Biomasse einerseits und der Abtrennung und Speicherung von CO2 andererseits besteht. Der Universität zufolge sind die Potenziale beträchtlich: Um bis zu 200 Mio Tonnen CO2 pro Jahr könnten die Treibhausgasemissionen mittels BECCS reduziert werden.

Das wären rund fünf Prozent der europäischen Emissionen im Jahr 2018. Zum Vergleich: Bis 2050 muss die EU insgesamt 7,5 Mrd Tonnen CO2 einsparen, um ihre Klimaziele zu erreichen. Die volle Ausschöpfung des berechneten BECCS-Potenzials in der Praxis stelle jedoch eine erhebliche Herausforderung dar, so die Studienautoren.

Einen ausführlichen Artikel über die Studie der ETH lesen Sie in Ausgabe 20/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe als E-Paper zur Verfügung:

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