|  
Wirtschaft» weitere Meldungen

Steag übernimmt Schlackeaufbereiter Heider Stork mehrheitlich

Steag-Zentrale (Symbolbild)
Steag-Zentrale (Symbolbild).
02.01.2020 − 

Der Essener Kraftwerksbetreiber Steag hat den Schlackeaufbereiter Heider Stork mehrheitlich übernommen. Das Bundeskartellamt hat die Beteiligung in der Woche vor Weihnachten freigegeben. Künftig sollen sämtliche Schlacken und Aschen aus den Abfallverbrennungsanlagen des Konzerns in der Aufbereitungsanlage von Heider Stork in Zossen im brandenburgischen Landkreis Teltow Fläming verarbeitet werden, teilte ein Sprecher der Steag gegenüber EUWID mit.

2014 hatte der unter anderem auf Sonderabfälle, Dioxinsanierung und Zwischenlagerung von Abfällen spezialisierte Entsorger Stork zusammen mit dem Entsorgungslogistiker Heider die Stork Heider Recycling GmbH gegründet. Das Joint Venture errichtete am Standort Zossen im Ortsteil Schöneiche eine Aufbereitungsanlage für Aschen und Schlacken aus der Hausmüllverbrennung, die ein Jahr nach der Gründung des Unternehmens in Betrieb ging.

Moderne sensorgestützte Sortiertechnik

Dem Steag-Sprecher zufolge ist die Anlage in Zossen mit moderner sensorgestützter Sortiertechnik ausgestattet. Sie soll damit eine besonders hohe Wertschöpfung erreichen, beispielsweise weil Metalle in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt würden. Die Steag-Tochter Mineralplus wird den Angaben zufolge die sortierten Altmetalle an Metallverwerter weiterverkaufen und den Wertschöpfungsprozess innerhalb des Konzerns verlängern, hieß es aus Essen. Rund acht bis zehn Prozent der Schlacke sind nach Angaben der Steag Metalle, der Rest ist aufbereitete Fertigschlacke, die als Baustoff beispielsweise im Straßenbau verwertet werden kann oder – falls keine geeigneten Bauprojekte verfügbar sind – deponiert werden muss.

Die Zossener Schlackeaufbereitungsanlage wird künftig überwiegend Rostasche aus den Steag-Anlagen in Rüdersdorf und Lauta aufbereiten. In Rüdersdorf fallen jährlich rund 55.000 Tonnen Aschen und Schlacken an, in Lauta sind es 65.000 Tonnen. Die zusammen rund 120.000 Tonnen kann die Aufbereitungsanlage in Zossen mit einer genehmigten Kapazität von rund 150.000 Tonnen alleine verarbeiten. Ab Januar 2022 beziehungsweise ab Januar 2024 werde die Anlage Rostaschen aus Rüdersdorf und Lauta aufarbeiten, so der Essener Konzern. In der Übergangszeit sollen in Zossen Schlacken aus anderen Müllverbrennungsanlagen aufbereitet werden.

Ob der Kraftwerksbetreiber weitere Übernahmen im Bereich der Schlackeaufbereitung plant, ließ das Unternehmen offen. „Steag beobachtet den Markt“, hieß es aus Essen.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Bifa analysiert Restmüll für AVA in Augsburg

EUWID wünscht Frohe Weihnachten  − vor