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Sperrmüllmenge durch Hochwasser wird in NRW auf 170.000 Tonnen geschätzt


Auch in Leverkusen mussten nach dem Hochwasser
enorme Mengen an Sperrmüll entsorgt werden.
11.08.2021 − 

Bei den Überschwemmungen und Zerstörungen im Zuge der Hochwasserkatastrophe sind im Westen Deutschlands enorme Mengen an Schutt und Sperrmüll angefallen. In Nordrhein-Westfalen erwartet man insgesamt 170.000 Tonnen Sperrmüll aus den Hochwassergebieten. Diese Zahl geht aus einem Bericht hervor, den Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) diese Woche im Düsseldorfer Landtag präsentierte, und beruht auf Schätzungen der Bezirksregierungen sowie der Kreise und Städte. Allein im Kreis Euskirchen müsse man von rund 75.000 bis 100.000 Tonnen Hochwassersperrmüll ausgehen.

Die Fluten hätten riesige Mengen an Geröll, Schotter, Asphalt, aber auch Sperrgut aus den zerstörten Häusern mit sich gerissen, heißt es in dem Bericht. Häufig hat sich Sperrgut mit Geröll, Schlamm und weiteren Abfällen vermischt. Die auf den unterschiedlichsten Flächen abgelagerten Müllmengen stellten dabei nicht nur eine Belastung für die Flächen an sich dar. Problematisch sei auch der Austritt gefährlicher Stoffe, vor allem aus Elektrogeräten und Fahrzeugen. Die Aufräumarbeiten in den überfluteten Städten und insbesondere an den Häusern hätten zusätzlich zu einem immensen Aufkommen an Sperrgut und Bauabfällen geführt, berichtet das Landesumweltministerium weiter.

Menge im Kreis Euskirchen bis zu acht Mal so hoch wie sonstiges Sperrmüllaufkommen

Um den Umfang der riesigen Sperrmüllberge zu verdeutlichen, lohnt ein Blick in die Abfallbilanzen des Landes. So fallen in ganz Nordrhein-Westfalen im Schnitt etwa 650.000 Tonnen Sperrmüll pro Jahr an, hinzu kamen noch rund 190.000 Tonnen getrennt erfasstes Holz. Etwa ein Fünftel dieser Menge ist nun allein durch das Hochwasser zusätzlich angefallen.

Logischerweise noch viel extremer fällt der Vergleich im Kreis Euskirchen aus. Dort sind 2018 insgesamt rund 160.000 Tonnen Siedlungsabfall angefallen. Auf Sperrmüll und getrennt erfasstes Holz entfielen davon etwa 13.000 Tonnen. Die im Zuge der Aufräumarbeiten anfallenden Sperrmüllmengen entsprechen also etwa der sechs- bis achtfachen Menge eines normalen Jahresaufkommens.

Noch sechs bis zwölf Monate bis Abfallberg abgearbeitet ist

Bis der Abfallberg, der durch die Flutkatastrophe entstanden ist, abgearbeitet ist und das Entsorgungsmanagement wieder in den normalen Bahnen verläuft, werden aber noch einige Monate vergehen, heißt es. Das Landesumweltministerium geht nach „vorsichtiger Schätzung“ davon aus, dass die Abfälle aus den temporären Zwischenlagern, die unter anderem an Deponiestandorten, in Abfallwirtschaftszentren, Gewerbeabfallbehandlungsanlagen und anderen Entsorgungsanlagen entstanden sind, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abtransportiert sein könnten. Priorität müsse dabei weiter die bevorzugte Behandlung der Abfälle aus den Überflutungsgebieten haben, etwa um hygienische Probleme und Brandrisiken gering zu halten.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat den vom Hochwasser betroffenen Kommunen eine Übernahme der Abfallentsorgungskosten (inkl. Bauschutt), wie berichtet, durch den geplanten Wiederaufbaufonds zugesagt. Somit könnten die Kommunen Aufträge an Unternehmen zur Abfallentsorgung vergeben, die dafür anfallenden Kosten werden dann übernommen, heißt es im Bericht von Umweltministerin Heinen-Esser weiter.

Die Ermittlung der durch das Hochwasser verursachten Schäden erfolge in Nordrhein-Westfalen zentral durch das Landesbauministerium. Dazu wurde ein mehrgliedriger, aktuell noch laufender Prozess initiiert, der Abfragen bei den Kommunen, den verschiedenen Ressorts der Landesregierung und der Versicherungswirtschaft beinhaltet.

Den kompletten Bericht mit der Einschätzung der Landesregierung zur Lage bei der Müllverbrennung lesen Sie nächste Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 33/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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