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Schwere Explosion im Leverkusener Entsorgungszentrum von Currenta


(Symbolbild)
27.07.2021 − 

Bei einer Explosion im Chempark Leverkusen sind am Dienstagmorgen nach Angaben der Kölner Polizei mehrere Menschen verletzt worden. Wie die Betreiberfirma am Mittag mitteilte, wurden nach dem Unglück noch fünf Mitarbeiter vermisst. Laut Stadt Leverkusen wurden vier Schwerverletzte und zwölf Verletzte geborgen.

Die Explosion ereignete sich nach Angaben des Unternehmens aus bisher unbekannter Ursache gegen 9.40 Uhr im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig. Danach kam es zu einem Brand in dem Tanklager. Anwohner des Chemiebetriebs wurden aufgefordert, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ordnete das Ereignis in die Warnstufe „Extreme Gefahr“ ein.

Nach der Explosion brannte nach Angaben der Stadt ein Tank mit Lösungsmitteln. „Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war. Das ist nun geschehen. Die Löscharbeiten beginnen“, teilte die Kommune am Mittag mit.

Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr und Luftmesswagen waren im Einsatz. Erste Luftmessungen der Umweltschutzeinheiten im Kölner Norden ergaben laut Feuerwehr gegen Mittag, dass derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Messungen würden fortgesetzt. Gleichwohl wurden Autofahrer aufgefordert, Fahrzeugfenster geschlossen zu halten und die Lüftungen auszustellen.

Die gesamten Auswirkungen der Explosion im Stadtteil Wiesdorf waren laut einer Leverkusener Stadtsprecherin zunächst unklar. „Ausmaß und Ursache der Schadenslage sind aktuell noch nicht bekannt“, erklärte auch die Polizei zur „derzeit noch unübersichtlichen“ Lage. „Wir sind mit vielen Polizeikräften vor Ort und klären die Situation.“

Wegen der „größeren Schadenslage“ wurde die Autobahn 1 bei Leverkusen gesperrt, wie die Polizei via Twitter mitteilte. Von der Vollsperrung betroffen waren das Autobahnkreuz Leverkusen-West sowie die A1 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und Köln-Nord. Gesperrt waren auch die A3 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und dem Autobahndreieck Langenfeld sowie die A59 zwischen Autobahnkreuz Monheim-Süd und Autobahnkreuz Leverkusen-West, wie die zuständige Autobahn GmbH mitteilte.

In Leverkusen werden von Currenta laut früheren Mitteilungen zwei Sondermüllverbrennungsanlagen mit einer Kapazität von etwa 50.000 Jahrestonnen bzw. 30.000 Jahrestonnen betrieben. Hinzu kommt an diesem Standort eine Verbrennungsanlage für Klärschlämme, die bis zu 90.000 Tonnen oder 25.000 Tonnen Trockensubstanz Klärschlamm verfeuert. Ebenfalls in Leverkusen wird eine Verbrennungsanlage für flüssige Sonderabfälle betrieben, die etwa 20.000 Tonnen Müll im Jahr einsetzen darf. (dpa / eigener Bericht)

*Update um 14:00 Uhr* Toter gefunden - Brand gelöscht

Nach der schweren Explosion konnte ein vermisster Mitarbeiter nur noch tot geborgen werden. Das teilte die Betreiberfirma Currenta am Dienstagnachmittag mit. Vier weitere Mitarbeiter würden noch vermisst. Der Brand soll nach Informationen der Stadt Leverkusen mittlerweile gelöscht sein.

*Update um 14:30 Uhr* Currenta nennt Details zur Explosion

Laut einem Sprecher von Currenta war die Sonderabfallverbrennungsanlage betroffen. Die Explosion habe sich im Tanklager ereignet. Dort werden Produktionsabfälle von Chempark-Kunden vor der Verbrennung gesammelt. Insgesamt drei Tanks gefüllt mit jeweils 200 bis 300 Kubikmetern chlorierten Lösungsmitteln sollen betroffen gewesen und durch den Brand zerstört worden sein. Neben der Sonderabfallverbrennungsanlage befinden sich am Standort des integrierten Entsorgungszentrums noch eine Deponie sowie die Gemeinschaftskläranlage. Ungefähr 50 bis 60 Mitarbeiter sollen heute im Entsorgungszentrum tätig gewesen sein, so der Vertreter von Currenta.

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