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Schwarz-Gruppe kauft Kunststoffrecycler Sky Plastic


Firmensitz der Sky Plastic Group in Haimburg.
01.10.2019 − 

Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe baut ihr Recyclinggeschäft international weiter aus. Europas führender Handelskonzern erwirbt rückwirkend zum Jahresbeginn über seine Tochter Greencycle 100 Prozent am österreichischen Kunststoffrecycler Sky Plastic Group AG. Vorige Woche erteilte Österreichs Bundeswettbewerbsbehörde grünes Licht für den Zusammenschluss. Es habe keine Anträge auf eine Prüfung gegeben, so die Behörde.

Der Recycler mit Sitz in Haimburg stand seit einiger Zeit zum Verkauf. Bislang gehört Sky Plastic mehrheitlich der Cudos Capital AG & Co KG. Die Wiener Beteiligungsfirma, die vom Investor Alon Shklarek und dem früheren österreichischen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer mitbegründet wurde, hielt nach den letzten Angaben knapp 68 Prozent an dem Kunststoffrecycler. Zum Kaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. In der Branche wurde darüber kräftig spekuliert, die Schätzungen reichten von 30 Mio bis 40 Mio €.

Sky Plastic bereitet Kunststoffabfälle wie PE, PP und PS in Österreich bei der Tochter Sky Plastic Recycling & Commerce und in Italien bei der Tochter Sky Max in Fonte auf. Ein Großteil davon sind gebrauchte Kunststoffverpackungen, die Sky Plastic und Sky Max von nationalen Verwertungssystemen wie ARA in Österreich und Corepla in Italien bekommt.

In Österreich verfügt die Gruppe mit rund 110 Beschäftigten über eine Recyclingkapazität für jährlich knapp 80.000 Tonnen Kunststoffabfall. In Italien sind es etwa 25.000 Jahrestonnen, die verarbeitet werden können. Beide Anlagen sind nach dem Standard Eucertplast zertifiziert. Dietmar Böhm, Geschäftsführer der GreenCycle, erklärte, dass alle ca. 150 Mitarbeiter der Sky Plastic Group übernommen werden.

Die Übernahme von Sky Plastic ist das erste größere Engagement der Schwarz-Gruppe im Recyclingsektor seit dem Kauf der Tönsmeier-Gruppe im vorigen Jahr. Die Transaktion passt zur Plastikstrategie des Neckarsulmer Konzerns, zu dem der Discounter Lidl sowie die Supermarktkette Kaufland gehören. Mit der Plastikstrategie Reset Plastic will die Schwarz-Gruppe auf Vermeiden, Reduzieren und das Recycling von Kunststoffabfällen setzen.

Vom Erfolg dieser Strategie ist Gerd Chrzanowski, Sprecher des Beirats der Unternehmensgruppe Schwarz, überzeugt: „Mit Lidl und Kaufland, unseren Produktionsbetrieben sowie unseren Entsorgungs- und Recyclingdienstleistern Greencycle und Prezero haben wir es wie kein anderes europäisches Handelsunternehmen selbst in der Hand, wirkungsvolle Initiativen umzusetzen.“

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