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Scholz-Mutter Chiho erwartet deutlich gestiegenen Verlust


Auch die Geschäfte des chinesischen Metall- und Schrott-
recyclers Chiho litten unter den Auswirkungen der Pandemie.
19.02.2021 − 

Die Chiho Environmental Group hat eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Die Muttergesellschaft des deutschen Stahlschrottrecyclers Scholz erwartet für das abgelaufene Geschäftsjahr einen deutlich gestiegenen Nettoverlust. Konkret schätzt der Konzern den Verlust für 2020 auf Basis noch nicht abschließend geprüfter Zahlen auf eine Spanne von 840 bis 890 Mio Hongkong-Dollar – in aktuellen Umrechnungskursen entspricht das ungefähr 90 bis 95 Mio €. Im Jahr davor lag der Verlust der Unternehmensgruppe nur bei rund 130 Mio Hongkong-Dollar.

Als Gründe für das deutlich verschlechterte Ergebnis verweist der Konzern auf einmalige Rückstellungen und Wertminderungen im Zusammenhang mit Restrukturierungen und Verkäufen von Unternehmensbestandteilen sowie auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Im Zuge der Bemühungen zur Effizienzsteigerung habe man eine gründliche Überprüfung des Portfolios durchgeführt, heißt es.

Die daraus abgeleiteten Optimierungsinitiativen umfassten zum einen Kosteneinsparungen und die Nutzung von Synergien, zum anderen aber auch die Restrukturierung und Veräußerung bestimmter Vermögenswerte, mit denen der Konzern Ressourcen für die gezielte Nutzung von Wachstumschancen freisetzen will. Diese Restrukturierungs- und Veräußerungsinitiativen beinhalteten die Veräußerung „verlustbringender Aktivitäten“ im Nordosten der USA und in Dänemark sowie die Restrukturierung bestimmter Geschäftsbereiche in Asien, teilte Chiho weiter mit.

Die Covid-19-Pandemie habe sich darüber hinaus im vergangenen Jahr auch erheblich auf die vor- und nachgelagerten Industrien in China, Asien, Europa und Nordamerika und somit auch auf das Kerngeschäft des Konzerns ausgewirkt, berichtet der Stahl- und Metallrecyclingkonzern. Um diese Auswirkungen zu reduzieren, habe man in der ersten Jahreshälfte 2020 strikte Maßnahmen zur Kostenkontrolle und zur Optimierung des Betriebskapitals umgesetzt, die zusammen mit der allgemeinen Erholung der Industrie die Geschäftsergebnisse in der zweiten Jahreshälfte 2020 begünstigt hätten.

Positive Entwicklung für 2021 erwartet

In der zweiten Jahreshälfte 2020 hätten sich die Geschäfte des Konzerns sogar insgesamt besser entwickelt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, so Chiho. Dank der weltweit steigenden Nachfrage nach Metall, einer anhaltenden Erholung im Automobilsektor, steigender staatlicher Ausgaben für Infrastrukturprogramme zum Neustart der Volkswirtschaften sowie neu realisierter Geschäftsmöglichkeiten hätten sich die Margen und die Tonnage an recyceltem Metall in der zweiten Hälfte 2020 verbessert. Der Konzern geht davon aus, dass die starke Dynamik auch im Jahr 2021 anhalten wird.

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