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Remondis will sich an „neuem Suez“ beteiligen


Remondis will mit 40 Prozent beim „neuen Suez“ einsteigen.
28.04.2021 − 

Remondis will sich an dem nach der Übernahme durch Veolia verbleibenden Rest von Suez beteiligen. Remondis-Vorstandschef Ludger Rethmann hat Anfang der Woche sein Interesse per Brief übermittelt. Darin gibt er das Angebot ab, 40 Prozent am „neuen Suez“ zu übernehmen. Remondis würde dann als Minderheitsgesellschafter neben dem französischen Investmentfonds Meridiam, der staatlichen Bank Caisse des Dépôts et Consignations (CDC) und den Mitarbeitern die Anteile an dem neuen Unternehmen halten.

Hintergrund der Offerte aus Lünen ist der Rückzug des französischen Fonds Ardian. Dieser sollte ursprünglich zusammen mit dem US-Fonds GIP (Global Infrastructure Partners) 40 Prozent der Anteile an den verbleibenden Suez-Geschäften halten, 40 Prozent waren für Meridiam und jeweils zehn Prozent für CDC und die Mitarbeiter von Suez vorgesehen. Remondis nutzt nun offenbar die Lücke, die Ardian hinterlassen hat, um seine Aktivitäten auszubauen.

Konkret geht es dabei um den Teil der Geschäfte von Suez, die nach der Übernahme durch Veolia in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden sollen. Die Aktivitäten des „neuen Suez“ sollen vorrangig auf das Wassergeschäft ausgerichtet sein, aber auch die Geschäfte im Bereich feste Abfälle im Heimatmarkt Frankreich umfassen. Außerhalb Frankreichs wird das Unternehmen in Italien, Tschechien, Afrika, Zentralasien, Indien, China und Australien vorwiegend im Wassersektor aktiv sein.

Der Konzern soll zudem sein Segment „Smart & Environmental Solutions“ (SES) behalten, das digitale Lösungen und neue Umweltaktivitäten entwickelt, und sein Forschungs- und Kompetenzzentrum Cirsee in Paris, das auf die Bereiche Wasser und Abwasser, Abfallrecycling und Datenanalyse spezialisiert ist. Das neue Unternehmen werde mit diesen Aktivitäten einen Jahresumsatz von sieben Mrd € erzielen, hieß es bei der Vorstellung der Einigung zwischen Veolia und Suez.

Remondis will eigene Aktivitäten in neues Unternehmen einbringen

Mit dem Einstieg bei dem neuen Unternehmen würde Remondis seine Aktivitäten vor allem in Frankreich deutlich ausbauen. Bisher ist Deutschlands größter Entsorgungskonzern in Frankreich lediglich über seine E-Schrotttochter, den Bauabfallentsorger Remex, die auf medizinische Abfälle spezialisierte Remondis Medison und den Industriedienstleister Buchen vertreten. Die Konzernschwester Saria, die auf Schlacht- und Lebensmittelabfälle spezialisiert ist, ist ebenfalls in Frankreich aktiv.

In dem Schreiben versichert Rethmann, „aktiv zur Entwicklung der deutsch-französischen strategischen Partnerschaft beizutragen, die für die Zukunft Europas wesentlich ist“. Außerdem will Remondis seine internationalen Wasseraktivitäten und die französischen Abfallaktivitäten in das „neue Suez“ einbringen.

Ziel sei die Schaffung eines sehr starken und wettbewerbsfähigen Unternehmens. Remondis unterstützt dabei auch die von anderen Beteiligten gemachten Versprechungen hinsichtlich der Beschäftigungsgarantien und Arbeitnehmerrechte. Dies beinhalte auch die langfristigen Perspektiven für die weitere Unternehmensentwicklung und eine stabile Eigentümerstruktur. Man werde das Unternehmen als Industriepartner auf seinem Wachstumspfad unterstützen und eine weitere Zerschlagung verhindern, verspricht Rethmann.

Für die Beteiligung an dem „neuen Suez“ benötige Remondis keine externe Finanzierung. Kartellrechtliche Bedenken sieht der Konzern ebenfalls nicht.

Den vollständigen Bericht zum Angebot von Remondis sowie einer ersten Reaktion von Suez lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 18/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die aktuelle Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

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