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Remondis und Hamburg Wasser recyceln ab Januar Phosphor

Phosphorrecycling Hamburg
(v.l.n.r.): Roland Ruscheweyh und Martin Lebek (beide
Remondis) sowie Ingo Hannemann und Johannes Brunner
(beide Hamburg Wasser)
18.12.2020 − 

Die weltweit erste Phosphor-Recyclinganlage ist auf der Zielgeraden. Der Hamburger Wasserversorger Hamburg Wasser und das Entsorgungsunternehmen Remondis haben heute Vormittag auf dem Hamburger Klärwerk angekündigt, ab Januar 2021 den Betrieb der neu errichteten Anlage mit einer gut dreimonatigen Einfahrphase zu starten.

Hamburg Wasser und Remondis betreiben die Anlage im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Hamburg Wasser hält 60 Prozent der Anteile an der Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft mbH, Remondis 40 Prozent.

Die Phosphor-Rückgewinnungsanlage wurde in gut anderthalb Jahren errichtet. Sie steht auf dem Gelände des Klärwerks Hamburg und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Klärschlammverbrennungsanlage VERA, die den Inputstoff für die P-Recyclinganlage liefern wird.

P-Recycling im großtechnischen Maßstab

In Hamburg wird damit ab Januar Phosphor mit dem von Remondis entwickelten Tetraphos-Verfahren erstmals im großtechnischen Maßstab aus Abwasser zurückgewonnen. Jährlich soll die Anlage rund 20.000 Tonnen Klärschlammasche verwerten und daraus rund 7.000 Tonnen Phosphorsäure gewinnen.  

"Das patentierte Tetraphos-Verfahren zum Phosphorrecycling erfüllt bereits heute die ab 2029 geltenden gesetzlichen Vorgaben", sagte Martin Lebek, Geschäftsführer der Remondis Aqua Industrie GmbH & Co. KG.  Bei dem Verfahren werden nach Angaben Lebeks gleich mehrere marktfähige Sekundärrohstoffe in gleichbleibender Qualität und Verfügbarkeit zurückgewonnen, die zu 100 Prozent in den Kreislauf zurückgeführt werden können: Neben Phosphor sind das Eisen- und Aluminiumsalze, welche wiederum zur Phosphat-Elimination in der Kläranlage von Hamburg Wasser verwendet werden können. "Darüber hinaus entsteht Gips, der in der Baustoffindustrie Verwendung findet" so Lebek weiter.

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