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Remondis-Tochter TSR will Willi Hennies übernehmen


Norddeutscher Schrottmarkt im Umbruch:
Zweite größere Übernahme in diesem Jahr.
23.11.2020 − 

Der vor knapp 100 Jahren gegründete Metall- und Schrottrecyclingbetrieb Willi Hennies steht vor der Übernahme durch TSR Recycling. Mitte November beantragte die Remondis-Tochter den Anteils- und Kontrollerwerb an dem Hildesheimer Unternehmen. Die Freigabe durch die Behörde steht noch aus.

Die seit Ende der 60er Jahre von der Familie Staufenbiel geführte Willi Hennies Recycling GmbH & Co. KG bearbeitet und handelt Stahl- und Gießereischrotte sowie Nichteisen- und legierte Metalle. Neben einer Großschere mit einer Tageskapazität von 400 Tonnen betreibt das Unternehmen an seinem Sitz in Hildesheim auch einen Pre-Shredder sowie einen Zerdirator, in dem monatlich etwa 3.000 Tonnen Blechschrott, Shreddervormaterial, Fahrzeugkarossen und leichter Mischschrott geshreddert werden können.

Zuletzt hat das Unternehmen allerdings rote Zahlen geschrieben. Laut dem letzten im Bundesanzeiger veröffentlichten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018/19 erwirtschaftete Willi Hennies zwischen Oktober 2018 und September 2019 bei einem um knapp ein Viertel auf 6,0 Mio € gesunkenen Rohergebnis einen Jahresfehlbetrag von 320.000 €. Im vorangegangenen Geschäftsjahr wies das Unternehmen noch einen Überschuss von 620.000 €, 2016/17 sogar von 1,4 Mio € aus. Die Mitarbeiterzahl reduzierte sich im Geschäftsjahr 2018/19 gegenüber dem Vorjahr leicht von durchschnittlich 61 auf 58.

Willi Hennies konstatiert nach Corona-bedingtem Ergebniseinbruch „bestandsgefährdendes Risiko“

Wie es weiter heißt, kam es ab März als Folge der Coronakrise zu einem ungeplanten deutlichen Umsatzrückgang. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung Mitte Juni rechnete die Unternehmensführung für das Geschäftsjahr 2019/20 daher mit erheblich verminderten Umsätzen sowie einem nochmals deutlich höheren Verlust. Wenngleich die Prognosen für die beiden kommenden Geschäftsjahre wieder besser ausfallen und für 2021/22 wieder mit einem „auskömmlichen Gewinn“ gerechnet wird, wurde im Lagebericht doch aktuell ein „bestandsgefährdendes Risiko“ konstatiert.

Die Übernahme von Willi Hennies durch den zum Rethmann-Konzern gehörenden Schrottrecycler TSR wäre die zweite größere Veränderung auf dem norddeutschen Schrottmarkt in diesem Jahr. So hat bereits im Frühjahr die Nehlsen-Gruppe die Alba-Standorte in Leer und Emden sowie im niederländischen Groningen übernommen.

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