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Remondis-Tochter TSR und Rhein-Main Rohstoffe ziehen geplantes Joint Venture zurück

Schrottplatz mit Kran
Die geplante Fusion zwischen TSR und RMR
ist geplatzt (Symbolbild).
14.12.2021 − 

Das von der Remondis-Tochter TSR und der Frankfurter Rhein Main Rohstoffe GmbH (RMR) geplante Gemeinschaftsunternehmen wird es nicht geben. Die beiden Unternehmen haben ihre für den Schrottmarkt der Rhein-Main-Region bedeutenden Fusionspläne am 8. Dezember zurückgezogen, teilte das Bundeskartellamt mit. Die Wettbewerbshüter hatten wettbewerbsrechtliche Bedenken geäußert.

Ursprünglich wollten die beiden Unternehmen ihre Aktivitäten im Rhein-Main Gebiet, im Raum Siegen, Haiger, Dillenburg sowie in Koblenz zusammenführen. Dafür sollte die RMR um fünf TSR-Standorte erweitert werden und die Remondis-Tochter dafür 49 Prozent der Anteile an dem Unternehmen erhalten. Das weiter unter Rhein Main Rohstoffe GmbH firmierende Unternehmen hätte über ein Netzwerk an zehn Niederlassungen verfügt.

Dazu wird es nun nicht kommen. "Unsere Ermittlungen haben nahegelegt, dass es durch den Zusammenschluss zu einer marktbeherrschenden Stellung der im Rhein-Main-Gebiet tätigen Unternehmen auf dem Markt für den Ankauf von Eisenschrott zur Aufbereitung mit Scherenaggregaten gekommen wäre", sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt.

Schrottscheren als Flaschenhals des Marktes

Das Bundeskartellamt hatte in dem am 10. März 2021 angemeldeten Verfahren umfassende Marktermittlungen durchgeführt. Aus diesen hatte sich ergeben, dass Eisenschrotte nur zum Teil direkt an Stahlwerke und Endabnehmer verkauft werden können. Ein großer Teil des Eisenschrotts müsse auf vorgegebene Maße geschnitten werden, um als Sekundärrohstoff an Endabnehmer verkauft werden zu können. Hierzu werden Schrottscheren zur Aufbereitung betrieben.

Die Ermittlungen des Bundeskartellamtes hätten nahegelegt, dass die durch die Schrottscheren stattfindende Wertschöpfung nicht mit anderen Mitteln erreicht werden könne, heißt es in der Mitteilung des Bundeskartellamtes. Lieferanten von Eisenschrotten seien daher auf Scherenbetreiber angewiesen, an die sie das Material zur Aufbereitung verkaufen könnten.

Das Bundeskartellamt hatte bei den Ermittlungen nach eigenen Angaben die Lieferströme der am Markt tätigen Unternehmen detailliert analysiert. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass der Handel mit Eisenschrott zur Aufbereitung mit Schrottscheren in einem regionalen Umfeld stattfindet. Denn ein Transport sei mit hohen Kosten verbunden und der Handel über längere Entfernungen sei daher nicht wirtschaftlich.

TSR und RMR betreiben beide eine Großschere im Frankfurter Raum

In der Region Frankfurt betreiben sowohl TSR als auch RMR eine Großschere. Daher hätten sich die beiden führenden Anbieter auf dem Markt zusammengeschlossen, begründet das Kartellamt seine wettbewerblichen Bedenken. Das Bundeskartellamt ging in seiner vorläufigen Beurteilung nach eigenen Angaben davon aus, dass es zu einer marktbeherrschenden Stellung der Zusammenschlussbeteiligten mit einem gemeinsamen Marktanteil von rund 50 Prozent gekommen wäre.

Dabei seien neben der Marktstellung der Beteiligten auch der Wettbewerbsdruck durch die verbleibenden Unternehmen auf dem Markt sowie die rechtlichen und tatsächlichen Schranken für den Marktzutritt neuer Wettbewerber entscheidend gewesen. Auch die Finanzkraft von TSR als Unternehmen des Rethmann-Konzerns sei bei der vorläufigen Beurteilung berücksichtigt worden, "da sie genutzt wird, um externes Unternehmenswachstum zu realisieren", schreibt das Kartellamt.

In etwaigen künftigen Verfahren werde das Bundeskartellamt klären müssen, ob auch die gesonderte Betrachtung weiterer Aufbereitungsformen notwendig ist beziehungsweise wie die Märkte für Nichteisenschrotte wie Aluminium, Kupfer und andere Metalle zu beurteilen sind, damit auch hier hinreichender Wettbewerbsdruck fortbesteht, kündigten die Wettbewerbshüter an.

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