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Rege Exportnachfrage verhindert am Schrottmarkt weitere Preisabschläge


Anziehender Exportpreis führt im Oktober zu einem
Nord-Süd-Preisgefälle auf dem deutschen Schrottmarkt.
20.10.2021 − 

Nach dem Höhenflug im Frühsommer, als die Stahlschrottpreise in Deutschland historische Höchststände markierten, war es im August und September zu einer deutlichen Preiskorrektur gekommen. Auch zum Monatsbeginn Oktober sah es zunächst nach weiteren Preisabschlägen aus. Doch dann drehte das Exportgeschäft mächtig auf, so dass die Forderungen der hiesigen Stahlwerke nach Preisreduktionen zumeist ins Leere liefen. Für die kommenden Monate rechnet der Schrotthandel nun tendenziell wieder mit steigenden Preisen.

Der Oktober war mal wieder einer der Monate, wo es sich für den Schrotthandel bei den Verhandlungen mit den Stahlherstellern gelohnt hat, lange zu warten. So lagen die ersten von den Stahlwerken in Luxemburg und im Westen Deutschlands aufgerufenen Preise nochmals deutlich unter Vormonatsniveau. Händler, die zu diesen Preisen erste Abschlüsse getätigt haben, ärgerten sich im Nachgang sehr. Denn die Marktlage drehte sich innerhalb weniger Tage komplett.

Türkei-Exporte seit Monatsbeginn stark angestiegen

So nahm der europäische Schrottexport gen Türkei mit dem Monatswechsel zunächst langsam und ab der zweiten Oktoberwoche verstärkt an Fahrt auf. In den beiden vorangegangenen Monaten hatten sich die türkischen Stahlwerke mit ihrer Schrottnachfrage bedeckt gehalten und sich, wenn überhaupt, bevorzugt in den USA eingedeckt. Mit einer zuletzt deutlich besseren Absatzlage für ihre Erzeugnisse und steigenden Preisen für Knüppel und Bewehrungsstähle nahm der Schrottbedarf nun aber deutlich zu.

Für den deutschen Schrotthandel wurden Lieferungen an die hiesigen Stahlwerke damit zunehmend unattraktiver, so dass die Stahlproduzenten gezwungen waren, von den anfänglichen Abschlagsforderungen schrittweise abzurücken.

Dabei zeigt sich ein Nord-Süd-Preisgefälle innerhalb Deutschlands. Durch die Konkurrenz zum Tiefseeexport müssen Stahlkocher im Norden Deutschlands mehr für den Schrott bezahlen als im Süden. Im Süden kommt hinzu, dass sich dem Schrotthandel hier weiterhin schlechte Absatzmöglichkeiten nach Italien bieten.

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EUWID Preisspiegel Stahlschrott Deutschland

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