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Recylex’ Zukunft hängt vom Weiterbetrieb der Nordenhamer Bleihütte ab


Recylex will Nordenhamer Bleihütte auch
künftig mit Sekundärmaterialien beliefern.
22.05.2020 − 

Die Zukunft des finanziell stark angeschlagenen deutsch-französischen Metallkonzerns Recylex ist maßgeblich an das Schicksal der deutschen Tochterfirma Weser-Metall GmbH und der von ihr betriebenen Bleihütte in Nordenham geknüpft. „Die Fähigkeit der Recylex S.A., ihre Geschäftstätigkeit langfristig fortzuführen, hängt von der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes der Weser-Metall im Insolvenzverfahren sowie davon ab, ob die Weser-Metall GmbH weiterhin Sekundärmaterialien von der Recylex S.A. bezieht“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

Einfluss nehmen kann Recylex auf Weser-Metall allerdings nicht mehr. Durch die Insolvenz der deutschen Unternehmensgruppe habe der Mutterkonzern jegliche Kontrolle über die Tochtergesellschaften verloren.

Deutsche Tochterfirmen entkonsolidiert

Wie Recylex mitteilt, hat das Insolvenzgericht in Göttingen jetzt per Beschluss die Schutzschirmverfahren für die Weser-Metall GmbH, die Harz-Metall GmbH, die Norzinco GmbH und die PPM Pure Metals GmbH sowie die Eigenverwaltungsverfahren für die Recylex GmbH, die C2P Germany GmbH und die Recylex Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH angeordnet. Infolge dieser Beschlüsse verliere die Recylex S.A. nun endgültig die Kontrolle über die deutschen Unternehmen, was zur Entkonsolidierung der gesamten deutschen Unternehmens-Gruppe führe. Recylex weist darauf hin, dass die französischen Unternehmen der Recylex-Gruppe nicht unter den Anwendungsbereich der Insolvenzverfahren in Deutschland fallen.

Wie Recylex bereits bei der Antragstellung der Insolvenzverfahren in der Vorwoche betonte, sei es das Ziel der Schutzschirmverfahren, die Geschäftsbetriebe fortzuführen und die individuellen Restrukturierungsprozesse fortzusetzen. Insbesondere sei es das Ziel des französischen Konzerns, ein Schlüssellieferant der Weser-Metall GmbH zu bleiben und die Nordenhamer Bleihütte mit Altblei aus Frankreich zu versorgen.

Rückzahlung eines Glencore-Darlehens bis Ende Oktober gestundet

Der deutsch-französische Metallkonzern befindet sich seit langem in schwerer finanzieller Schieflage. Zuletzt bezifferte Recylex die Nettoverschuldung der Gruppe auf 184 Mio €. Die Rückzahlung eines Teilbetrags konnte nun gestundet werden. Hauptaktionär Glencore International verzichtet bis zum 31. Oktober 2020 auf die Rückzahlung eines 2014 gewährten und vollständig in Anspruch genommenen Darlehens in Höhe von 16 Mio €. Diese Stundung könne unter bestimmten Voraussetzungen über den 31. Oktober hinaus verlängert werden. Dies hänge insbesondere vom Fortgang des Insolvenzverfahrens der Weser-Metall GmbH und der Fortsetzung der Sekundärrohstoff-Lieferungen der Recylex S.A. an die Nordenhamer Bleihütte ab.

Die seit dem 13. Mai bestehende Aussetzung der Notierung der Recylex-Aktien wird Konzernangaben so lange bestehen bleiben, bis es dem Unternehmen wieder möglich sei, zuverlässig über seine Lage und seine Fähigkeit zur Fortführung seiner Geschäfte zu kommunizieren. Auch dies hänge maßgeblich vom Fortgang des Insolvenzverfahrens der Weser-Metall ab.

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