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Recyclingstandort Nordenham bleibt erhalten: Lösung für insolvente Weser-Metall gefunden


Auch künftig wird am alten Recylex-Standort
Nordenham Metall recycelt.
26.04.2021 − 

Nach mehrmonatigen Verhandlungen sind sich das Land Niedersachsen, der Landkreis Wesermarsch und der Investor Glencore einig über die Zukunft der insolventen Bleihütte Weser-Metall: Auch künftig werde am Standort Nordenham Metall verarbeitet und recycelt, teilte das Landesumweltministerium am Montag mit. Hierzu habe Glencore mit der Nordenham Metall GmbH ein neues Unternehmen gegründet. Sämtliche Arbeitsplätze bleiben den Angaben zufolge erhalten. Und auch beim lange strittigen Thema Deponie-Nachsorge konnte eine Einigung erzielt werden.

Die Weser-Metall GmbH gehörte vormals zur Unternehmensgruppe Recylex. Im Mai letzten Jahres beantragte der deutsch-französische Konzern für Weser-Metall, ebenso wie für drei weitere Konzerntöchter, ein Schutzschirmverfahren nach dem deutschen Insolvenzrecht. Nachdem für die Recylex-Töchter Harz-Metall und Norzinco bereits im vergangenen Herbst neue Eigentümer gefunden werden konnten, ist nun auch die Zukunft von Weser-Metall unter neuer Führung gesichert.

Glencore will 25 Mio € in den Umbau der ehemaligen Bleihütte investieren

Seit längerem galt der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore als einziger verbleibender Interessent für eine Übernahme des Primär- und Sekundärbleiproduzenten in Nordenham. In der Mitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums kündigt Glencore an, rund 25 Mio € in den Umbau der ehemaligen Bleihütte zu einem modernen Metall-Unternehmen investieren zu wollen.

Weiterhin sicherte Glencore zu, die Kosten für den Unterhalt der stillgelegten Jarositdeponien Rahden und Galing I zu übernehmen. Dies hat laut Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) den entscheidenden Ausschlag in den Verhandlungen gegeben. Auch die Landwirte, deren Grundstücke in der Umgebung der Weser-Metall-Anlage liegen, sollen wie bisher Ausgleichszahlungen für Nutzungseinschränkungen gewährt werden, deren Höhe noch auszuhandeln sei.

„Grüner Sanierungsfonds“ für etwaige, noch nicht bekannte Umweltbelastungen

Schließlich habe Glencore noch aus eigener Initiative und ohne rechtliche Verpflichtung einen „grünen Sanierungsfonds“ gegen Umweltbelastungen eingerichtet. Dieser soll über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit einem festen Betrag ausgestattet werden, aus dem die Sanierung etwaiger – künftig bekannt werdender – Belastungen aus dem bisherigen Betrieb der Bleihütte finanziert werden kann, die aus einer Zeit vor der Übernahme durch Glencore stammen.

„Wir haben lange und intensiv verhandelt, manchmal auch kontrovers diskutiert. Am Ende steht aber ein Ergebnis, das von allen Beteiligten mit voller Überzeugung getragen wird“, kommentierte Landesumweltminister Lies die Entscheidung. Auch Nick Popovic, Leiter der Zink- und Blei-Sparte von Glencore, zeigte sich zufrieden: „Die erzielte Kooperation ist das gemeinsame Bekenntnis zur Zukunft des Standortes. Nach Übernahme der Weser-Metall in neuer Struktur wollen wir die alte Bleihütte weiterentwickeln und damit unsere Zink- und Bleisparte weiter stärken. Zugleich profitiert der Kreis Wesermarsch vom Erhalt der Arbeitsplätze, von umfangreichen Innovationen und Umweltschutzmaßnahmen.“

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