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Reclay unterzeichnet neue Clearing-Verträge mit DSD, BellandVision und Interseroh


Raffael Fruscio (Bildquelle: Reclay)
01.09.2017 − 

Nach der gestern erfolgten Kündigung der alten Clearingverträge hat die Reclay Group heute gemeinsam mit den drei Systembetreibern DSD, BellandVision und Interseroh neue Verträge unterzeichnet. Voraussetzung dafür sei die Aufnahme einiger von Reclay geforderter Änderungen in die ursprünglich von den drei Systemen verfassten Vertragstexte gewesen, teilt das duale System mit. Dies betraf insbesondere die Zuweisung von Mengen in Branchenlösungen, Transport- sowie in gewerbliche Verpackungen.

„Mit den von uns eingebrachten Punkten werden die Möglichkeiten, Mengen aus dem dualen System herauszudefinieren, noch einmal sehr viel enger gefasst. Dies war für uns Bedingung für die Unterzeichnung neuer Verträge“, erklärt Raffael Fruscio, geschäftsführender Gesellschafter der Reclay Group. „Die überarbeiteten Verträge sorgen ab 2018 für fairen Wettbewerb und stellen sicher, dass die Verpackungsmengen bis zum Inkrafttreten des Verpackungsgesetzes rechtskonform gemeldet werden.“

Gleichzeitig appelliert Fruscio auch an Landbell, Zentek und Veolia, es Reclay nachzutun. „Für die Stabilität des Marktes wäre es nun wichtig, wenn die anderen drei Systembetreiber, die neben der Reclay gestern die Clearingverträge gekündigt haben, ebenfalls den neuen Verträgen beitreten würden.“

Landbell, Reclay, Veolia und Zentek hatten gestern Abend die Kündigung der bisherigen Clearing-Verträge vermeldet.

Noventiz kritisiert Vertragskündigung der Konkurrenz

Somit halten aktuell nur noch RKD, ELS und Noventiz an den bisherigen Clearingverträgen fest. Noventiz erneuerte seine Kritik am Verhalten der anderen Systeme. „Das Ausscheren aus den Verträgen löst keineswegs das Problem“, erklärte Noventiz-Geschäftsführer Dirk Boxhammer heute. Außerdem sei weiterhin offen, welche rechtlichen Konsequenzen dieser Schritt für die Geschäftstätigkeit der aus den Clearingverträgen ausgestiegenen Systeme ab 2018 habe. Bereits im August hatte Boxhammer auf mögliche Probleme bei der Feststellung der Systeme durch die Kündigung der gemeinschaftlichen Verträge hingewiesen.

Aus Sicht von Noventiz könne nur eine dauerhafte Abkehr von wettbewerbsschädlichen Praktiken der Vergangenheit entscheidende Änderungen für die Zukunft bringen. „Wir halten den Schritt für falsch und werben nach wie vor für einen konstruktiven Dialog aller beteiligten Systembetreiber“, betont Boxhammer.

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