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Pro-Kopf-Siedlungsabfallaufkommen in der EU steigt 2019 auf 10-Jahres-Hoch


Jeder Bürger der EU produzierte 2019 im
Schnitt 502 Kilogramm Haushaltsmüll.
18.02.2021 − 

Die Einwohner der Europäischen Union erzeugen immer mehr Abfall. Laut aktuellen Zahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat fielen in der EU-27 im Jahr 2019 pro Kopf 502 Kilogramm Siedlungsmüll an. Das sind sieben Kilogramm mehr als im Jahr zuvor und markiert den höchsten Stand seit 2010 (503 kg/E).

Die Spannweite zwischen den einzelnen EU-Staaten ist dabei enorm. Während die Einwohner Rumäniens 2019 im Schnitt nur 280 Kilogramm Haushaltsabfälle produzierten, waren es in Dänemark 844 Kilogramm. Deutschland bewegt sich mit einem Pro-Kopf-Aufkommen von 609 Kilogramm (2018: 606 kg/E) ebenfalls über dem EU-Durchschnitt.

Beim Blick auf die verschiedenen Entsorgungspfade fällt auf, dass der Anteil der deponierten Siedlungsabfälle entsprechend der politischen Zielsetzung in den vergangenen 25 Jahren zwar stetig abgenommen hat. Die Fortschritte werden aber immer kleiner. Sank der Deponierungsanteil zwischen 1995 und 2005 noch deutlich von 65 auf 43 Prozent und in den folgenden zehn Jahren bis 2015 nochmals um weitere 16 Prozentpunkte auf 27 Prozent, kam seither nur noch ein kleines Minus von drei Prozentpunkten hinzu. Im Berichtsjahr 2019 wurden in den 27 EU-Mitgliedstaaten den Angaben zufolge durchschnittlich 24,2 Prozent der Siedlungsabfälle deponiert. 2018 waren es 24,5 Prozent.

Viele Länder noch weit von EU-Zielvorgaben für Deponierung und Recycling entfernt

Von der in der Abfallrahmenrichtlinie beschlossenen Zielsetzung, den Anteil der deponierten Siedlungsabfälle bis 2035 auf unter zehn Prozent zu senken, sind viele Mitgliedstaaten noch weit entfernt. So deponieren derzeit 13 der 27 EU-Staaten noch über 40 Prozent ihrer Haushaltsabfälle. In Rumänien, Malta und Zypern liegt der Deponierungsanteil aktuell sogar noch bei über 80 Prozent.

 

Entsprechend der nur langsamen Abkehr von der Abfallablagerung auf Deponien verzeichnet Eurostat auch beim Recycling nur wenige Fortschritte. So stieg der Anteil der werkstofflich verwerteten Siedlungsabfälle zwischen 2016 und 2019 im Schnitt nur 0,2 Prozentpunkte pro Jahr auf zuletzt 30,9 Prozent. Rechnet man noch die Kompostierung und Vergärung hinzu, lag der Anteil der stofflichen Verwertung im Jahr 2019 bei 48,5 Prozent, was einer Pro-Kopf-Menge von 239 Kilogramm entspricht. Im Vorjahr waren es 48,1 Prozent bzw. 233 Kilogramm je Einwohner.

Der vollständige Bericht inklusive einer großen Übersichtstabelle zum Aufkommen und den Verwertungs- und Entsorgungswegen für alle EU-Staaten erscheint kommende Woche in Ausgabe 08/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

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