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Private Entsorger setzen Investitionen wegen Coronakrise aus


Der Corona-Lockdown trifft den deutschen
Mittelstand massiv, so BDE-Präsident Peter Kurth.
04.05.2020 − 

Die private Entsorgungswirtschaft ist stark von den Auswirkungen der Coronakrise getroffen. Bei mehr als 90 Prozent der Unternehmen seien Umsätze und Mengen zurückgegangen oder Aufträge weggebrochen. Das berichtet der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft mit Bezug auf eine aktuelle Mitgliederumfrage. Hinzu kämen Forderungsausfälle, beeinträchtigte Lieferketten, sowie Transport- und Absatzprobleme bei bestimmten Recyclingrohstoffen.

Je nach Spezialisierungsgrad sei es teilweise zum vollständigen Einbruch von Erfassungsmengen gekommen, so der BDE. Dies betraf vor allem Dienstleistungen für das Gastgewerbe und die Entsorgung des produzierenden Gewerbes. Aber auch die Schließung kommunaler Wertstoffhöfe habe in einigen Regionen zu einem „massiven Rückgang“, geführt. Die daraus resultierenden Herausforderungen seien für spezialisierte Erfasser und Entsorger „punktuell schwerwiegend bis existenzgefährdend“.

Als Reaktion auf die weggefallene Planungssicherheit und zur Sicherung der Liquidität verschieben drei Viertel der befragten Unternehmen ihre geplanten Investitionen, berichtet der Verband weiter. Lediglich bei knapp über 20 Prozent hätten sich die Auswirkungen der Pandemie noch nicht in den Investitionsplänen niedergeschlagen.

BDE-Präsident Peter Kurth blickt mit Sorge auf die Umfrageergebnisse: „Wie die gesamte Wirtschaft sind auch in unserer Branche nahezu alle Unternehmen von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen. In unserem Bereich wiegen die Auswirkungen besonders schwer, weil unsere Mitgliedsunternehmen zumeist mittelständische familiengeführte Betriebe sind. Der Corona-Lockdown trifft also massiv den deutschen Mittelstand.“

Im Verzicht der Unternehmen auf Investitionen sieht Kurth ein „deutliches Alarmzeichen“. „Für unseren Wirtschaftszweig gilt: mehr und besseres Recycling ist auf Investitionen angewiesen.“ Der Entsorgerverband fordert deshalb ein Konjunkturprogramm mit Schwerpunkt auf der nachhaltigen ökologischen Modernisierung und einem Fokus auf der Förderung der Kreislaufwirtschaft. So könnten sich die positiven Effekte im Hinblick auf Ressourcenschonung, Klimaschutz und Energieeinsparung entfalten und eine Chance für mehr Kreislaufwirtschaft genutzt werden, hofft der BDE-Präsident.

Welche Auswirkungen die Coronakrise auf die Beschäftigungssituation der privaten Entsorger hat und welche Mengenverschiebungen diese erwarten, lesen Sie im kompletten Bericht zur Mitgliederumfrage des BDE in EUWID Recycling und Entsorgung 19/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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